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Thys ließ die Schlüſſel wieder ſinken und ſagte zu der Bettlerin mit zitternder Stimme:
„Jan⸗Ohm iſt ſchlimmer geworden; er iſt vielleicht gar ſchon todt. Geht zu ihm hinein; nein, geht hinunter; ſchließt alle Thüren zu; ſeht, ob er todt iſt; gebt ihm Eſſig...“
1 IBer Böſewicht wußte in ſeiner Aufregung nicht mehr, was er ſagte, ſo ſehr hatte ihn der Abſcheu vor ſeiner eignen That erſchüttert.
Mit ſchwankenden Schritten ging er nach einer ſchweren Thüre, fand nach einigem Suchen den Schlüſſel und trat in einen langen dunkeln Gang, der von dem einen Ende des Gebäudes nach dem andern lief. Das Lämpchen erhellte nur einen kleinen Theil der Mauern und umgab ihn mit einem matten Glanze, der die Dun⸗ kelheit nicht unterbrach.
Er ſuchte taſtend und ſchwankend ſeinen Weg durch den ihm unbekannten Platz; vielleicht mochte ihn Furcht befangen, vielleicht malte ſich ſein Gewiſſen bereits die gerechte Strafe Gottes vor das bange Auge.... Wie wäre er erſchrocken, wenn er den Schatten hätte ſehen können, der ihm von ferne in dem Gange folgte!
Vielleicht hörte er jedoch etwas hinter ſich, denn er ſah ſich um und blieb ſtehen. Er ging jedoch wieder fort, bis er an eine ſeltſame Thüre kam. Es war ein niederes, rundes Pförtchen, deſſen Fläche mit eiſernen Platten und großen Nägeln ſo überdeckt war, daß man das Holz kaum zwiſchen durch ſehen konnte. Lange Schlöſſer, roth von Roſt, hingen an der Mauer, ein eiſerner, quer über die Thüre gehender Stab, verſchloß den Eingang zu der Schatzkammer des Geizhalſes.
Mit pochendem Herzen und ſchwerer Mühe öffnete Thys die Schlöſſer und räumte alle Hinderniſſe hinweg. Er ſtieg eine Treppe hinab und gelangte in einen großen Keller.
Hier, an dem Orte ſelbſt, wo die Schätze Jan⸗


