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„Soll ich nun endlich erfahren, welche Wespe Euch geſtochen? Ich habe vielleicht geträumt? Seid Ibr von Sinnen, daß Ihr ſolches Leben davon macht? Es wäre gut, weun Ihr ſchlieft; das würde Euch beſſer bekom⸗ men, als das tolle Geſchrei.“
Der Zorn des Greiſes wuchs bei dieſen Worten.
„Du Schlange!“ rief er.„Du läßſt mich hier Hungers ſterben, wie einen Hund! Ich lebe zu lange. Waſſer und Brot ſollen mich langſam aushungern! Du willſt mein Geld haben; darum muß ich ſterben, Mörder!“
Thys ſah den wüthenden Alten mit Staunen an und ſchien zu zittern, als er ſah, daß ſein Betrug ent⸗ deckt war.
„Aber,“ fuhr Jan⸗Ohm fort,„es wird Dir nicht gelingen! Du glaubſt, ich werde dieſe Nacht ſterben? Nein, nein! Gott wird mir noch die Kraft verleihen, Dich zu ſtrafen, Böſewicht! Morgen, morgen, hebe ich mein Teſtament auf; Du ſollſt nichts haben, Du! Nichts, als meinen Fluch!— Morgen werde ich Cäcilie rufen laſſen und den Notar und die Zeugen..... uud Geusdarmen, um Dich nach dem Gefängniß zu ſchaffen. Ich werde Dich anklagen und zur Strafe bringen.... Du glaubteſt, ich ſeie todt? Du wirſt ſehen!“
„Ha, ha!“ lachte Thys,„kein Menſch kann Euch hören.“
„Morgen, wenn es Tag iſt,“ antwortete Jan⸗Ohm, „werde ich ſo lange ſchreien, ſo anhaltend, daß mich Jemand hören muß.“
Thys ſtarrte dem Greiſe lange, ohne zu ſprechen, in die Augen: die letzten Worte deſſelben ſchienen einen tiefen Eindruck auf ſein Gemüth gemacht zu haben. An⸗ fangs war ſein Geſicht ernſt und zeugte von tiefem Nachdenken. Nach und nach zogen ſich aber ſeine Lippen wieder zu einem ſauern Lachen zuſammen: er trat an das Bett des Kranken. Er ſchob den Tiſch weg,


