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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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daß der arme Greis erſchöpft und entmuthigt ſeinen Bitten Einhalt that.

Am Abend des dritten Tages, als Kaet den Kloſter⸗ hof verlaſſen wollte, um nach ihrer Wohnung zu gehen, hatte Thys ſie erſucht, wieder zu kommen, indem er vor⸗ gab, Jan⸗Ohm wolle ein warmes Bad nehmen und man müſſe deßhalb viel heißes Waſſer machen.

Kaet legte ihr Mieken ſchlafen und begab ſich dann wieder nach dem Kloſterhofe. Nun wurde ihr geſagt, daß Jan⸗Ohm das Bad nicht mehr haben wolle, daß ſie aber bleiben ſolle, um zu wachen, da der Alte das Fieber bekommen und man nicht wiſſe, ob man nicht plötzlich den Doktor holen müſſe; ja, ob man nicht vielleicht aus guter Vorſorge den Paſtor brauchte. Es ſei zwar nicht ſchlimmer mit Jan⸗Ohm geworden, aber ein alter Mann könne nicht viel ertragen. Darum ſei es klug, Jemanden bei der Hand zu haben; es könnte doch vielleicht plötzlich gegen alle Erwartung gefährlich werden.

Die Wittwe hatte ſich durch dieſe Worte nicht ganz täuſchen laſſen; ſie vermuthete, daß es mit der Krank⸗ heit Jan⸗Ohms ſchlimmer ſtünde, als man ihr ſagte; ſie nahm ſich deßhalb vor, wenn es ſo fortginge, am Morgen Thys aufzuſagen und ihm den Paſtor und den Bürger⸗ meiſter auf den Leib zu ſchicken, um dem ſo verbrecheri⸗ ſchen Geheimniſſe im Namen der Religion und des Ge⸗ ſetzes auf den Grund zu kommen.

Sie ſaß allein am Kamin und überlegte, wie ſie der Obrigkeit mittheilen ſollte, welche ſchändliche Betrügerei man ſich auf dem Kloſterhofe erlaubt, um Cäcilien ihres Erbtheils zu beranben; vielleicht würde ſich der Paſtor dazu verſtehen, Jan⸗Ohm auf den Weg des Geſetzes und der Billigkeit zu führen, und ſo gelänge es ihr am Ende, zum Vortheil ihrer Wohlthäter ein Ziel zu er⸗ reichen, das ihr auf dem Kloſterhofe leicht ganz ent⸗ gehen könnte, da ſie bis jetzt den alten Mann noch nie geſehen.

Conſcienee, der Geizhals. 8