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„Ihr ſeid ſehr gut,“ ſprach die Wittwe,„aber iſt 6 Ernſt und iſt es wahr und ehrlich gemeint, was Ihr
agt?“
„Was ſollte mich zwingen, Euch dies Anerbieten zu machen? Nun, Kaet, nehmt Ihr es an?“
„Mit Dankbarkeit, mit tiefer Dankbarkeit, Thys... Aber ich möchte wohl wiſſen, ob Ihr einen Gegendienſt von mir verlangt: das Wegſchenken liegt nicht in Eurer Art, oder Ihr müßtet Eunch ſchrecklich verändert haben.“
„Nein, ich verlange keinen Gegendienſt dafür,“ ant⸗ wortete Thys.
„Dann nehme ich es mit Freuden an, Euer Edel⸗ muth macht mich ſo ſehr ſtaunen, daß ich noch immer glaube, Ihr treibt Spott mit mir.“
„Weßhalb?“
„Wann ſell ich das Geld bekommen, Thys?“
„Sobald ich ſelbſt im Beſitze der Erbſchaft bin.“
„Und welche Sicherheit habe ich, daß Ihr Euer Verſprechen erfüllen werdet?“
„Mein Wort als ehrlicher Mann.“
„Das mag wohl einigen Werth haben, da Ihr ſagt, daß Ihr ſo ganz verändert ſeid. Alſo ich nehme es an für das, was es iſt und bedanke mich. Nun muß ich wieder an die Arbeit.“
Sie ſtand auf und wollte gehen, während ihr Lachen davon zeugte, daß ſie nichts von alle dem glaubte, was Thys ihr geſagt hatte.
„Bleibt noch einen Augenblick,“ ſagte Thys,„ich werde Euch beweiſen, daß ich die Wahrheit ſpreche. Ihr wißt, oder Ihr wißt nicht, Kaet, daß Jan⸗Ohm krank iſt. Er hat die Gicht und kommt nicht mehr aus ſeinem Zimmer. Die Krankheit macht mir viel zu ſchaffen: da muß ausgegangen und das Eine und Andere gekocht werden— und das kann ich nicht gut. Jan⸗Ohm hat mich gebeten, eine Frau zu ſuchen, die den Tag über auf dem Kloſterhofe wäre, um mir zu helfen. Sie ſoll ein
Geld.“
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