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„Ich habe nicht viel Zeit; ſputet Euch, ich höre.“ „Seht, Kaet, ich weiß, daß Ihr arm ſeid; ich habe Mitleiden mit Euch, und könnte ich Euer Loos⸗ verbeſſern, ſo würde mir's herzliche Freude machen..“. „So!“ lachte die Wittwe,„habt Ihr vielleicht aus Mitleid mein armes Mieken mißhandelt und mich wie einen armen Hund zur Thüre hinausgejagt?“
„Vergeßt das, Kaet; die Zeiten und die Menſchen ändern ſich. Ich bereue meine Härte gegen Euch. Ich möcht' es wieder gut machen, wenn es möglich wäre. Ich kann Euch helfen und beiſtehen, wenn Ihr meine
Unterſtützung nicht verwerft.“ 4
Die Wittwe ſah ihn mißtrauiſch an und ſprach nicht, obwohl er eine Antwort von ihr zu erwarten chien. ſc„Wenn ich,“ fuhr er fort,„wenn ich Euch Geld ſchaffte? Genug, um Euch und Eure Kinder vor aller Noth zu beſchützen, würdet Ihr mir dankbar ſein, Kaet?“
„Wollt Ihr mir ein Almoſen geben?“ fragte die
Wittwe. „Nein, mehr als das.....Ihr wißt wohl, Kaet, daß ich der Univerſalerbe von Jan⸗Ohm bin. Ihr habt von Eures Mannes Seite ein kleines Anrecht an dieſe Erbſchaft. Ihr glaubt es wenigſtens. Weil Ihr nun fühltet, daß Ihr nichts kriegen werdet, war't Ihr immer ſo böſe gegen mich⸗ Nun, ſeht mal, wie gewogen ich Euch bin, ich komme, Euch Euer Erbtbeil anzubieten.“
Die Wittwe ſchien höchlich erſtaunt zu ſein.
„Ja,“ fuhr Thys fort,„ob ich die Erbſchaft oder Jemand anders ſie bekömmt, Ihr würdet doch nie etwas davon ſehen; denn Euer Recht iſt zweifelhaft und nur mit großen Koſten zu beweiſen. Da Ihr nun die Einzige ſeid, die wirklich arm iſt, ſo komme ich als ehrlicher Mann, Euch den Theil anzubieten, der Euch, wie Ihr glaubt, zukommt, und ihn Euch ohne Beweis oder Pro⸗ zeß abzutret en. Was ſagt Ihr?“


