102 man von Außen zu ihm kommen wollte? Wenn der Paſtor ihn ſelbſt ſehen wollte? Ein einzig Mittel: die Bettlerin! Aber mit Vorſicht..... Ohne Beichte ſoll er nicht ſterben; ich will das nicht auf meinem Gewiſſen haben. Er möchte nach ſeinem Tode gegen mich zeugen ..... aber es iſt noch Zeit genug, daran zu denken. Er möchte Fleiſch eſſen! Sich erholen! Und ſein Teſta⸗ ment verändern! Heute iſt Donnerſtag: es iſt kein Fleiſch zu finden; morgen iſt Freitag und übermorgen Samſtag: dann iſt das Fleiſch verboten.... nachher wird ers wohl nicht mehr nöthig haben..... Nun, zur Bettlerin, wir wollen ſehen, was ſich machen läßt. Geht es nicht nach meinem Sinne, daun wollen wir auf etwas Anderes denken. Mir iſt vor dem Weibe bange, aber mit Geld und Verſprechungen werde ich ſie vielleicht dazu gewinnen. Damit wären zwei Hinderniſſe auf einmal aus dem Wege geräumt: ihre Feindſchaft und das Schwatzen der Lente. Und iſt ſie mir treu, ſo hab' ich noch eine Schildwache die in meiner Abweſenheit wacht. Wir wollen ſehen, wer der Klügſte von uns Beiden iſt.“ Mit dieſen Worten verließ er den Kloſterhof und ſchloß die Thüre von außen. 3 „Würde doch Jan⸗Ohm ſterben, wäbrend ich fort bin!“ murmelte er,„dann wäre Alles abgemacht. ... Aber ſo klug iſt er nicht. Wer weiß? Es iſt Alles möglich.“ In dieſem Selbſtgeſpräch ſetzte er ſeinen Weg nach dem Dorfe fort. 4 Plötzlich ſah er von ferne Cäcilie ihm auf den Wege entgegenkommen. Er erſchrak bei dieſem Aublick, faßte ſich jedoch ſogleich wieder. Das Mädchen bemerkte ihn erſt, als ſie ganz nahe bei ihm war. Mit bebender Miene blieb ſie vor ihm ſtehen und ſagte:.— Ach, Thys, ich freue mich, daß ich Euch wieder
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