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„O nein, nein!“ bat der Alte voll Angſt und über die Hülfe erſchrocken.
Aber Thys bea chtete es nicht, ſteckte ihm die Arme unter den Leib, hob ihn dann in die Höhe und ſetzte ihn wie ein Stück Holz auf das Ohrkiſſen.
A„Oh weh, oh weh! Du thuſt mir weh!“ klagte der Alte.
„Thu, ich Euch wehe?“ fragte Thys mit erheuchel⸗ tem Mitleiden.„Was kann ich dafür, daß Ihr ſo weh⸗ leidig ſeid? Ich muß Euch doch aufrichten, wenn Ihr nicht von ſelbſt aufſtehen wollt. Eſſet jetzt ein Wenig... Aber brennt Euch nicht: es iſt noch heiß.“
Der Greis ergriff mit zitternder Hand den Löffel und hob einige Blätter aus dem Topf, indem er ſagte:
„Ach Gott! Thys, könnten mir doch die Kräuter etwas helfen: mir iſt ſo ſchwach, ich bin ſehr krank.“
Thys antwortete nicht auf dieſe Klage, ſondern be⸗ trachtete den Alten mit forſchendem Blicke. Obſchon ſich der Betrüger Mühe gab, die Gefühle ſeines Herzens zu verbergen, zeigte ſich doch ein Lächeln der Freude auf ſeinem Geſichte: die zunehmende Schwäche des Alten erfüllte ihn mit froher Hoffnung: aus ſeinen Augen leuch⸗ tete die Gewißheit, daß es nicht mehr lange dauern werde.
Inzwiſchen hatte Jan⸗Ohm einen bis zwei Löffel von dem Kraute gegeſſen: er ſchüttelte den Kopf, ließ den Löffel fallen und ſah Thys tief in die Augen, als wollte er ihn etwas fragen oder ihm einen Vorwurf machen.
„Nun, was gibt es?“ fragte Thys.
Der Kranke antwortete mit Unwillen:
„O, was iſt das ſchlecht! Es brennt mir in dem Munde wie Feuer, mein Eingeweide zieht ſich krampfhaft zuſammen.“
„Ihr werdet wohl meinen, Ihr ſeid vergiftet?“ ſpottete Thys.„Brunnenkreſſe brennt immer ſo; Ihr könnt ſie nur nicht gut ertragen.“
Der Alte entbloͤßte ſeinen Arm und ſagte, indem
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