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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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halb vermorſchten Boden bis zu den Grundfeſten des Gebäudes hinab. An dem Rande dieſer ſchmutzigen Quelle wuchſen allerlei häßliche Schimmelpflanzen und Salpeter⸗ ſalz hing in glänzenden Flocken von der Mauer herab.

Nur ein einziges hohes Fenſter, mit zerbrochenen Scheiben und mit dicken eiſernen Stäben geſchloſſen, warf einen Schimmer in das Zimmer, an deſſen Dunkelheit das Auge ſich gewöhnen mußte, um die Gegenſtände darin unterſcheiden zu können. Während draußen im freien Felde die Sonnenhitze den Boden ausdorrte, war es hier noch ſo kalt und ſo feucht, daß es den Athem beengte. Neben dem Bette ſtand ein Stuhl und ein Tiſch; auf dem letztern ein Topf mit Waſſer und eine ſchwarze Brotkruſte, die noch die Spuren der Zähne zeigte, die davon abgebiſſen.— Man hätte glauben können, daß hier ein Gefangener ſitze, der um eines großen Ver⸗ brechens zum Hungertode verurtheilt ſei.

Jan Ohm ſchien zu ſchlafen; es war dies jedoch wohl nicht der Fall, da er bei Thys' Eintreten mit krampfhafter Bewegung etwas unter der Decke verbarg, Etwas, was wie Schlüſſel raſſelte, die man ſchüttelte.

Thys ſah dieſe Bewegung und hörte das Geräuſch: ein argliſtiges Lächeln flog über ſein Geſicht und er ſchien die Ohren noch beſſer anzuſpannen, um des Klanges ſich zu verſichern Daun ging er nach dem Bette, ſetzte den dampfenden Topf auf den Tiſch und ſprach den Greis in hartem Tone an:

Auf, Jan⸗Ohm, da iſt Euer Eſſen!“

Der Alte ſtrengte ſich an, um auf die Seite zu liegen; nach einem vergeblichen Verſuche ſiel jedoch ſein Körper erſchöpft und bleiſchwer zurück.

„Ich bin dem Tode nahe,“ ſeufzte er.„O⸗ lieber Thys, dieſe Nacht war mir ſo ſchlecht!“

„Ich werde Euch helfen,“ ſagte Thys, indem er die Hände nach ihm ausſtreckte.

Conſcience, der Geizhals. 7