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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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VII.

Seit Cäcilie auf dem Kapellenhofe wohnte, war die niederige Wohnung wirklich ſo ſchön und angenehm geworden, als ſich Bart in ſeiner Freude geträumt hatte.

Alles war Glück und Freude. Bart arbeitete den ganzen Tag mit frohem Muthe und ſang unaufhörlich während der Arbeit. Die friſche Kraft der Jugend er⸗ wachte wieder in ihm; mit der Röthe der erneuten Geſundheit miſchte ſich ein heiteres Lächeln auf ſeinem Geſichte; jedes Wort, das von ſeinen Lippen kam, war ermuthigend und herzlich: er war ein Bild der Seelen⸗ freude.

Was ihn am heiterſten machte, war die Ueberzeu⸗ gung, daß Cäcilie gerne auf dem Kapellenhofe ſei. Nur bisweilen verſank ſie noch in trübes Sinnen, wenn ſie an ihren alten Oheim dachte und erſchrack bei der Vorſtellung, wie viel er jetzt im Dunkel des Kloſterhofs vielleicht zu leiden hatte; dieſer Schmerz konnte jedoch weder das Glück aufwägen, das ihr aus der innigen Zuneigung Barts und ſeiner Mutter erwuchs, noch die ungeſtörte Freude, die ſie umgab. Auch von ihren Wangen verſchwand nach und nach die Bläſſe des Schmerzes und wenn ſie auch ſehr ſtill und verſchloſſen blieb, ſo lächelte ſie doch bisweilen mit der Freudigkeit, welche den Frieden des Herzens characteriſirt..

Das Mädchen nähte Kleider für die Frauen des Dorfes, und da ſie geſchickter in dieſer Arbeit war, als andere, ſo erwarb ſie manchen ſchönen Stüber damit. Dies machte ihr viele Freude und hob nicht wenig in ihr und Bart die Hoffnung auf eine Vergrößerung des Hofes. Der Spartopf empfing jede Woche einige