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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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„O, ich liebe Euch noch! Noch wie zuvor! Ich gäbe gerne die Jahre meines Lebens hin, um das Eure zu verlängern! Ach, habt Mitleiden, Mitleiden mit mir! Und habe ich etwas geſagt, was Euch ſchmerzt, ſo ver⸗ gebt mir um Gotteswillen.“

Ein Lächeln der Freude übergoß das Antlitz des

Greiſes. Er hatte ſich wahrſcheinlich über die Anſicht des Mädchens getäuſcht; denn er ſagte mit ſanfterer Stimme: „Alles ſei verziehen, Cäcilie. Ich wußte wohl, daß dein Herz nicht ſo plötzlich verändert ſein konnte. Laß⸗ uns Alles vergeſſen, mein Kind; der klügſte Menſch irrt bisweilen. Ach, Gott ſei Dank! daß ich meine gute Cäcilie wiederfinde.“

Bei dieſen Worten hob er ſie vom Boden auf und wollte ihr den Kuß der Verſöhnung geben; aber das Mädchen ſah ihn ſo fragend und ſo ſeltſam an, daß gleichfalls Zweifel in ihm erwachten..

„Nun?“ fragte er,„ich glaubte, Du ſageſt, Ja?“

Zitternd und krampfhaft zog das Mädchen den Kopf zurück und rief, mit abwehrenden Händen:

„Er iſt behert! Gott, Gott, Du haſt mich ver⸗ laſſen!“

Thys war aufgeſtanden und hatte ſich dem Greiſe genähert. Er faßte ſeine Hand und ſprach:

„Kommt, Jan⸗Ohm, Ihr könntet krank werden. Es läßt ſich nichts machen. Ruht aus und laßt Cäcilie ſich faſſen: vielleicht wird Alles noch beſſer gehen, als wir glauben.“

Mit dieſen Worten führte er den huſtenden Greis in ein Nebenzimmer und ſchloß die Thüre zu.

Cäcilie lag mit dem Kopf an der Maner: ſie be⸗ wegte ſich nicht, nur ihre Bruſt wogte von dem Schluchzen auf und nieder..