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daß Dich das Elend nicht nach meinem Tode treffen wird.— Und Du weigerſt Dich?“
Das Mädchen ſchluchzte heftiger, antwortete jedoch nich
icht. Der Ohm fuhr mit ſanſterer Stimme fort:
„Nun, Cäcilie, mein Kind, das Unglück läßt ſich wieder gut machen. Ich wußte wohl, daß Du aus Liebe zu Deinem alten kranken Oheim meinen Wunſch erfüllſt.— Uud was Du Thys geſagt haſt, ſind leere Worte, nicht wahr? Worte, die man in der Eile ſpricht, die aber nicht aus dem Herzen kommen? Nun, Cäeilie, ich bitte Dich, ſage Ja: nimm unſern guten Thys zum Mann: er wird Dich glücklich machen.“
Das Mädchen ſtand unbeweglich da; ihr Geſicht war blaß vor Angſt; ihre Wangen zuckten krampfhaft. Faſt außer ſich rief ſie:
„Mein Mann? Er? Die giftige Natter.“
„Gott! Was habe ich ihr denn gethan?“ ſeufzte Thys in traurigem Tone.„Ihr ſeht wohl, Jan⸗Ohm, daß ich hier nichts machen kann. Laßt ſie nur in Frieden; ich will nicht die Urſache ihres Kummers ſein.“
„Scheinheiliger Heuchler!“ murmelte das Mädchen, während ſie einen Blick der Verachtung auf ihren Ver⸗ folger warf. Und das Mädchen, das er bis jetzt nur als ein geduldiges Lamm gekannt, ſtand mit flammendem Blicke und mit dem Tone der Hartnäckigkeit in ihrer Stimme vor ihm. Dieſer Ton, der von dem Aufruhr eines weiblichen Gemüthes gegen feige Bosheit ſtammte, machte einen ungünſtigen Eindruck auf den Geiſt des Greiſes. Zwei Thränen fielen auf ſeine hohlen Wangen.
„So iſt denn alles Verrath und Betrug,“ ſprach er. „Alles, ſelbſt das Herz meiner Cäcilie! Kind, Kind, Du haſt Jahre lang die Heuchlerin geſpielt? O, das wird mein Leben verkürzen!“
Der Muth des Mädchens brach an dieſen Worten unwilligen Verweiſes; ſie fiel vor ihrem Oheim auf die


