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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Herzeus, Eure Freundſchaft noch mehr als Eure Hülfe plötzlich mein Elend vergeſſen. O, wie will ich zu Gott für Euch beten, und in meiner Hütte mit meinen Kindern auf den Knieen Euch ſegnen..

Wäre ich doch reich! wäre ich doch reich! ſeufzte das Mädchen zerſtreut.

Reich? wiederholte die arme Frau,Ihr werdet es, Fräulein, ſteinreich!

Ihr täuſcht Euch, Kaet. Die Menſchen glauben es zwar, aber ſie irren ſich, ganz gewiß.

Werdet Ihr denn von Eurem Ohm nichts erben?

Mein Ohm iſt arm, Frau. Alles, was er beſitzt, iſt das alte Haus, worin wir wohnen, und einige kleine Capitalien.

Nein, nein, Fräulein, er hat viel, viel Geld da⸗ liegen. Mein Mann war Maurer und hat früher auf dem Kloöſterhofe lang für Euren Ohm im Geheimen ge⸗ arbeitet. Es lebt vielleicht nur ein Menſch, der den rechten Faden von alle dem kennt, und das bin ich, Fräulein.

Cäcilia ſtand ganz verwundert da.

Und nicht aus Hochmuth ſag' ich das, Fräulein, fuhr die Wittwe fort.Aber ich darf Euch wohl Nichte heißen, denn die ſelige Frau Eures Ohms war die Schweſter der Mutter meines Mannes. So geht es auf dem Dorfe, der Eine hat Glück, der Andere Unglück; man zerſtreut ſich nach allen Gegenden, um ſein Brot zu ſuchen, und endlich kenut man einander nicht mehr.

Alſo wäre dies liebe Mieken ein Nichtchen von mir? fragte Cäcilia mit wahrer Freude, während ſie das Kind auf dem Kopfe ſtreichelte.

Nur ſehr fern, ſehr fern ſind wir verwandt, ant⸗ wortete die Wittwe.Wenn Alles in der Welt richtig ginge, ſo bekäm' ich wohl auch meinen Theil an der Erbſchaft; aber Thys, der ſcheinheilige Betrüger, wird