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geſagt, daß ſie jeden Dienſtag ein Almoſen holen dürfe. Wanna, ſchneide ein Stück Brod für ſie ab.“
„Kommt herein!“ rief ſie, ſich nach der Thüre wendend.
Es erſchien eine Frau, noch ziemlich jung, aber mit abgezehrten Wangen und ſo armſelig dünnen Kleidern, daß man vor Kälte ſchauerte, wenn man ſie nur anſah. Ihr Geſicht, obwohl hager und blaß, trng den Stempel des Ernſtes und Verſtandes: etwas Edles, etwas Ge⸗ ſetztes zeugte deutlich davon, daß die Frau nicht zum Betteln beſtimmt war.
Ein kleines Mädchen ging neben ihr her und zitterte vor Froſt.
Ohne etwas zu ſagen und mit niedergeſchlagenem Blicke fuhr ſie fort, das Vaterunſer zu beten, das ſie ſchon an der Thüre begonnen.
Wanna brachte ihr die Brotſchnitte und ſagte dazu: „Kaet(Katharine)! Das hätte ich nie gedacht, daß ihr noch Almoſen betteln müßtet. Ibr ſeid ſo klug und ſo fleißig! Das thut mir herzlich leid.“
„Der Winter iſt ſo lang,“ ſeufzte die Wittwe,„es gibt keine Arbeit für mich, Wanna..... Der Hunger treibt mich zum Hauſe hinaus; aber im Sommer, wenn es Arbeit gibt, wird es wohl beſſer gehen.“
Indeſſen hatte das arme Kind das Auge gierig auf den Tiſch gerichtet, während ſeine Lippen ſich vor Eßluſt befeuchteten.
Cäcilia ſah dies mit tiefem Mitleiden. Plötzlich fuhr ihr ein Gedanken durch die Seele und ſie warf Bart einen bedeutungsvollen Blick zu. Und, ſei es nun, daß dieſer ſie verſtanden, oder daß er dem Triebe ſeines eignen Herzens folgte,— er ging zu der armen Wittwe hin, ergriff ſie bei der Hand und führte ſie zu dem Stuhle, den er verlaſſen.
„Setzt Euch, liebe Kaet,“ ſprach er,„und eßt mit uns. Wo genug für fünf iſt, iſt auch genug für ſieben.
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