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leidend ihr Ausdruck, und über dem Ganzen lag et⸗ was Traumartiges, das bezaubern konnte,— elwas Ernſtes und Nachdenkliches, das von Gemüthskraft und Tiefe des Gefühles zeugte.
Sie war mit dem Nähen eines Frauenkleides be⸗ ſchäftigt.
Die Mutter wandte ſich nach ihr um und ſagte freundlich:
„Cäcilia, komm', wir wollen eſſen.“
In dieſem Augenblick trat Bart ein, der den Schluß⸗ reim ſang:
Fort mit Kummer und mit Pein, Morgen ſoll die Kirmeß ſein.
Kaum aber war ſein Blick auf das ſanfte, ernſte Geſicht von Cäcilia gefallen, als ſein Lied verſtummte und ſeine Schritte ſich verlangſamten, wie wenn ihn in Gegenwart des Mädchens ein Gefühl der Ehrfurcht erfaßte.
Alle ſaßen um den Tiſch und begannen ein ſtilles Gebet, worauf jedes ſeinen Löffel in die Hand nahm und den ſchmackhaften Brei mit wahrem Appetite ver⸗ zehrte. Dann ſetzte die Mutter einen großen Haufen Erdäpfel und ein Stück gebratenen Specks auf den Tiſch.
Die ganze Geſellſchaft ſah glücklich aus; aus aller Augen ſtrahlte Geſundheit, Zufriedenheit und Dankbar⸗ keit. Bart machte den einen und andern Scherz, ſtellte ſich, als ob er ſich gebrannt, oder machte komiſche und verſteckte Anſpielungen auf das morgende Feſt und brachte die Tiſchgenoſſen während der ganzen Mahlzeit zum Lachen.
Hätte ein Millionär dies Mittagsmahl ſehen können, er würde ſicherlich dieſe armen Menſchen beneidet haben.
Kaum hatten ſie ihr zweites und letztes Gericht zu verzehren begonnen, als man ein leichtes Klopfen an der Thüre vernahm.
„s iſt die arme Wittwe des Maurers, der vor einigen Monaten todt gefallen iſt,“ ſagte die Mutter, nich habe ſie Sonntag bei der Kirche geſehen und ihr


