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Vieh zu waſchen. Sie hatte ein friſches Geſicht, geſund und roſig, wie eine Blume. Sie ſcheute ſich nicht, ihre bloßen Arme in das halb gefrorene Waſſer zu tauchen, und ſang mit heller Stimme, ſo fröhlich und ſo laut, daß man durch ihr luſtiges Lied unwillkürlich von dem kommenden Mai träumte.
Neben der Thüre der Wohnung ſtand ein junger Bauer, ebenſo geſund als das Mädchen. Seine ſchönen Augen verriethen ein friedliches Gemüth und ein liebe⸗ volles Herz; ſein ganzes Geſicht, voll klugen Ausdrucks, ſchien das Leben anzulachen. Es lag in ſeinen Zügen und ſeiner Haltung etwas ſo Geiſtiges, ſo Keckes und doch zugleich ſo Feines, daß man ihn unter hundert Bauernjungen ſeines Alters unbedingt als Denjenigen bezeichnet hätte, der in Hinſicht des Muthes und des Verſtandes der Begabteſte ſei.
Er war damit beſchäftigt, lange Zweige eines Ha⸗ ſelnußbaumes zu Reifen zu ſpalten, und förderte raſch ſeine Arbeit. Seine Bewegungen waren flink: die Zweige flogen ihm durch die Hand. Er änderte jeden Augenblick ſeine Stellung: es war, als ob er Luſt hätte, bei ſeiner Arbeit zu tanzen. Und wirklich, während ſeine Schweſter bei dem Ziehbrunnen ihr trippelnd Liedchen ſang, pfiff er ihr nach, und bewegte, ohne es zu wiſſen, Hand und Fuß nach dem Tacte des Liedes.
Ein ſchwarzer Hund wedelte um den Jungen her, ſprang ihm ſpielend an die Hand, und kläffte bisweilen, als wollte er ſeine Stimme gleichfalls mit dem Liede paaren.
In den benachbarten Kirſchenbäumen ſaß das liebe Rothkehlchen; im Gebüſche des Ufers ſang die Bachſtelze ihr helles Lied, während der kleine Zaunkönig durch Strauch und Hecken hüpfte.
Zwiſchen all' dies goß die Sonne ihren Lichtſtrom: der Schnee erglänzte in einem Diamantenfeuer auf dem
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