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Der Oheim ſah ihn mit freudigem Erſtaunen att und ſagte:.
„Ach! wie kann ein Menſch ſo blind ſein? An Dich allein würd' ich nie gedacht haben und doch biſt Du der Einzige, der für ſie taugt. Aber Thys, Du wirſt ſie nicht wollen, Du liebſt ſie ja nicht?“
Thys ſenkte den Kopf auf die Bruſt herab und ſchien verlegen.
„Ich weiß es nicht,“ ſeufzte er,„aber wäre ich reich, ich gäbe all' mein Vermögen her, um ſie glücklich zu wiſſen.“
„Dann muß Deine Liebe allerdings groß ſein, Thys, aber leider, mein Freund, mag ſie Dich nicht. Freilich mit Unrecht. Der Abſcheu ſcheint auch nur eine Krankheit ihrer Einbildung zu ſein.....“
„Ich weiß, daß ſie mich haßt,“ fiel Thys ihm in die Rede,„ich bin überzeugt, daß ſie mich haſſen wird und daß ich unglücklich mit ihr werden würde.“
„Und Du willſt ſie dennoch zur Frau?“
„Das Gefühl des Mitleidens mit ihr, meine Dank⸗ barkeit gegen Euch treiben mich zu dieſem Opfer. Sie verabſcheut mich in ihrem Wahne; aber ich will ſie retten, ihr Schutzengel ſein, ſo lange ſie lebt, für ſie ſparen und ſorgen; und wachen, daß das Wenige, was ſie bekommen wird, in Ehren erhalten bleibt.— Und vielleicht— wer kann es wiſſen— wird ſie mir am Ende mit ihrer Freundſchaft lohnen.“
Dieſe Worte, welche in großmüthigem und ſtolzem Tone geſprochen wurden, machten einen tiefen Eindruck auf das Gemüth des Greiſes; er ergriff die Hand von Thys mit Rührung und ſagte:
„O habe Dank, edelmüthiger Jüngling; Du biſt der einzige aufrichtige Menſch, den ich kenne. Du wirſt Cäcilie heirathen, mit ihr bei mir wohnen, mir helfen, um ohne noch größer Elend mein Grab zu erreichen; Du wirſt noch nach meinem Tode ſorgen, daß mein erſparter


