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Stroh ſitzen und dann ihr Leben lang über ihre Ver⸗ irrung weinen wird. Der gute Gott möge das verhindern.“
Ein peinlicher und langer Huſten überfiel den Greis, ehe er ſprechen konnte; es war ein ſchrecklicher Ton, der aus ſeiner Bruſt hervorbrach und von der düſtern Wöl⸗ bung des Zimmers wiederhallte.
Thys war aufgeſtanden und hielt dem leidenden Oheim eine hölzerne Kufe mit Waſſer vor den Mund, während er ihm ſanft auf den Rücken klopfte. Man hätte glauben ſollen, daß er wirklich eine grenzenloſe Liebe für den Greis fühle; ſeine Stimme war ſo ſanft und theilneh⸗ mend, er tröſtete den alten Mann ſo freundlich! Ein lie⸗ bevoller Sohn kann ſeinem Vater nicht mehr Aufmerkſam⸗ keit beweiſen.
Endlich hörte der Huſten auf; der arme Oheim konnte wieder Athem holen. Er ergriff zitternd Thys“ Hand und ſagte in ſchmerzlichem Tone, während ein Strom von Thränen über ſeine Wangen rollte:
„O habe Dank, mein guter Freund, Du allein fühlſt Mitleiden mit mir. Die andern wünſchen meinen Tod ... Cäcilia, die ich geliebt wie mein eigen Kind, auch Du biſt undankbar!... O wehe mir! ſie werden das bischen Geld, das ich mir vom Munde abgeſpart, nach meinem Tode im Uebermuth vergeuden.... Gott, wenn ich ſterben müßte, mit dieſer ſchrecklichen Furcht! Und, ach, ſie können ſagen, daß ich reich bin, Thys?“
„Sie heißen Euch den reichen Geizhals.“
„Sie denken vielleicht, daß ich hunderte von Gulden beſitze?“
„Fünfzig Tauſend, ſagt die Wittwe.“
„Ach, ach!“ rief der Greis,„ſo werden Armuth und Tugend verläſtert.— Aber Thys, mein Freund, Du weißt es wohl beſſer, nicht wahr, Du, der mein Elend theilt und mir in meiner Noth beiſteht?“
„Es ſind giftige Zungen, Jan⸗Ohm! Doch hätt' es


