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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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ſo Schreckliches, was mich zittern machen ſollte? Ich kann Cäcilia doch nichts zum Brautſchatz mitgeben.

Guter Jan⸗Ohm! rief Thys mitleidig aus,Euer gerader Sinn und edelmüthiges Herz kann ſo viel Falſch⸗ heit und Eigennutz nicht faſſen. Ich will klarer ſprechen 4 ic.Mutter Ann iſt arm; ihr Sohn auch. Ihr ſeid reich.....

Oh, oh! rief der alte Mann mit Entſetzen, als hätte er eine Gottesläſterung gehört.Reich? Ich reich? Wer lehrt Dich ſolch' böſe Läſterworte?

Nun, nun, Jan⸗Ohm, ich weiß zur Genüge, wie viel Mühe wir haben, die beiden Enden des Jahres zu⸗ ſammen zu knüpfen. Aber Mutter Ann macht ihre Rech⸗ nung ſo.... Laßt mich eineu Augenblick verkehrt denken, wie die Wittwe... Sie iſt arm, Ihr ſeid reich; Cäcilia iſt Erbin der Hälfte von dem, was Ihr hinter⸗ laſſen werdet. Verheirathet ſie mit dem Sohn der Wittwe, dann bekommen dieſe Verſchwender einſt den ſchönſten Theil Eures Vermögens in die Hände. Kein Wunder drum, daß ſie ſich jetzt ſelbſt in Schulden ſtecken, um Eure Nichte zu verlocken; es iſt eine Leibrente auf Euch, die ihnen tauſend für hundert bringt. Begreift Ihr nun?

Der Oheim ſah Thys mit aufgeriſſenen Augen und bangem Ausdrucke an. Dieſer ſchien Freude an der wachſenden Unruhe des Greiſes zu finden und fuhr mit heftigem Nachdruck fort:

Seht Ihr, Jan⸗Ohm, die Betrüger hoffen, daß Ihr nicht mehr lange zu leben habt. Kaum wird der alte Geizhals ſo heißen ſie Euch unter der Erde liegen, ſo wird auch der Spielmann bei ihnen auf s Dach kriechen, ſie werden trinken, praſſen, luſtig ſein; Bart wird in den Herbergen ſchlemmen und toben, und ſo werden ſie, in Schande und Ausſchweifung, das Wenige vergeuden, was Ihr ſo mühſam zuſammenge⸗ ſpart.... Aber das Schlimmſte von Allem iſt, daß unſere arme Cäcilie am Ende vom Liede auf dem

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