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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Braut entreißen! O Lenora, umarme mich, nimm hiermit von mir den Brautkuß!*

Guſtav öffnete ſeine Arme, um ſie an die Bruſt zu drücken. Lenora, zitternd vor Angſt und Glück, blieb mit geſenktem Blicke ſtehen, als ſei ſie bereit, ſeine Liebkoſung an⸗ zunehmen. Da aber ſtand plötzlich der Vater neben dem jungen Mann und ergriff ihn feſt bei der Hand, als wolle er ſein Vorhaben verhindern.

»Herr Denecker, ſagte er in ſtrengem Ton,»mäßi⸗ gen Sie Ihre Freude. Wahrlich, es freut uns, Sie wieder zu ſehen, aber weder Sie noch wir dürfen vergeſſen, was wir ſind. Achten Sie unſere Armuth!

Was ſagen Sie* rief Guſtav.Was Sie ſind? Sie ſind mein Freund, mein Vater! Lenora iſt meine Braut!.... Himmel, warum dieſer verdammende Blick! Mirr ſchwindelt, ich weiß nicht, was ich thue!

Abermals erfaßte er Lenora's Hand und zog ſie neben den Vater.

Hören Sie mich jetzt an! ſagte er.Mein Oheim iſt in Italien geſtorben; er hat mich zu ſeinem alleinigen Erben gemacht und mir auf dem Sterbebette befohlen, mich mit Lenora zu verbinden. Ich habe Himmel und Erde in Bewegung geſetzt, um Sie und Lenora zu finden, habe getrauert und geweint um die Abweſenheit meiner Geliebten, und Euch endlich gefunden. Jetzt aber komme ich, mir mei⸗ nen Lohn zu holen, meinen Reichthum, mein Herz, mein Leben zu Lenora's Füßen zu legen. Vater, verweigern Sie niir dieſen Lohn nicht. Kommen Sie, Grinſelhof wartet Ihrer, ich habe es für Sie gekauft, Alles iſt wieder da, was Ihnen theuer war, und auch die Bilder Ihrer Vorfahren zieren die Wände wieder. Kommen Sie, ich werde Ihnen Ihre alten Tage verſüßen, Sie umgeben mit Freude und Zufriedenheit.*

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