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„Lenora, um Gotteswillen, was beginnſt Du?“ rief der Vater beſtürzt.
„Guſtav, Guſtav!l“ rief das Maͤdchen.„Er iſt da! Er kommt! O, weg mit all dem vom Tiſche, er allein darf unſere Armuth nicht ſehen!*
Das Antlitz des Vaters verfinſterte ſich bei dieſer Er⸗ klaͤrung, ſein Blick wurde ſtrenge. Stumm ſchritt er auf ſeine Tochter zu und entfernte ſie von der Thür. Lenora flüchtete in den tiefſten Winkel des Zimmers und verſteckte das Antlitz vor Scham.
Die Thür flog auf. Jubelnd ſprang ein junger Mann herein und lief mit offenen Armen auf das Mäd⸗ chen zu. In ſeiner Freude hätte er ſich beſtimmt an Lenora's Hals geworfen, wenn nicht der ausgeſtreckte Arm und der verweiſende Blick des Vaters ihn zurückge⸗ halten hätten.
Er blieb ſtehen, ſtarrte im Zimmer umher und blickte erſchrocken auf das Mittagsmahl und die ordinaͤren Kleider des Greiſes und ſeiner Tochter. Dieſe Wahrneh⸗ mung mußte ihm ſchrecklich ſein, denn er hielt ſich plötz⸗ lich die Hand vor das Auge.
„Gott, dieß alſo iſt Ihr Loos geweſen!“ rief er ver⸗ zweifelt. Dann aber eilte er abermals auf Lenora zu und erfaßte ihre Hände.
„»„O Lenora, Geliebte!“ rief er aus,„ſieh mich an, damit ich weiß, daß Du mich nicht vergeſſen!“
Und Lenora ſchaute ihn an und zwar mit ſeinem Blick, in welchem Alles lag, was er zu wiſſen wünſchte.
„O, ich Glücklicher!“ fuhr Guſtav begeiſtert fort. »Gott ſei geſegnet, keine Macht der Erde ſoll mir jetzt meine


