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ſoll. Sei jetzt ein wenig ſtill, mein Kind; mein Geiſt iſt noch zu ſehr zerſtreut, ich könnte mich während des Spre⸗ chens irren und vielleicht das Papier verderben.»
„»Aber ſingen darf ich doch wohl, Vater?“
»O ja, das macht mir ſogar Vergnügen und zieht meine Aufmerkſamkeit nicht von der Arbeit ab.*
Der Vater begann jetzt zu ſchreiben, während Lenora mit leiſer Stimme ihre Lieblingslieder ſang und ihrem Her⸗ zen dadurch Luft machte. Inzwiſchen nähte ſie fleißig fort und warf von Zeit zu Zeit einen Blick auf ihres Vaters Antlitz.
Endlich hörte ſie vom Thurm der Parochialkirche die Uhr ſchlagen. Sie legte ihre Arbeit nieder, ergriff einen Korb, hing denſelben an den Arm und wollte das Zimmer verlaſſen.
„»Jetzt ſchon, Lenora? fragte der Vater verwundert.
„Die Uhr ſchlägt zwölf, Vater.”
Herr von Vlierbeke wandte ſeine Aufmerkſamkeit wieder der Arbeit zu, während das Mädchen die Treppe hinab eilte.
Bald darauf kehrte ſie mit dem Korbe voll Kartoffeln und noch etwas Anderem zurück, das in ein Stück Papier gewickelt war, was ſie aber beim Eintreten ins Zimmer unter der Schürze verbarg.
Sie goß Waſſer in einen Topf, ſetzte ihn neben ſich und begann ſingend die Kartoffeln zu ſchälen. Alsdann machte ſie Feuer im Ofen an und begann das Mittagmahl in demſelben zu kochen.
Bis dahin hatte der Vater nicht von ſeiner Arbeit auf⸗ geblickt, denn das Mittagmahl ſah er täglich bereiten und es war ſehr ſelten, daß etwas Neues im Ofen gekocht wurde. Kaum aber waren die Kartoffeln gekocht, als ſich ein wohl⸗ thuender Geruch im Zimmer verbreitete. Herr von Vlier⸗ beke ſchaute ſeine Tochter mit Verwunderung an.


