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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Herr von Vlierbeke trat ins Zimmer, eine Rolle Papier in der Hand haltend und näherte ſich mit ſchlaffen Schritten einem Stuhl, in welchen er ſich ganz ermattet niederließ. Er war ſehr mager geworden; ſeine Augen wa⸗ ren tief in ihre Höhlen geſunken, ſein Blick war unſtät, ſeine Wange bleich, ſein ganzes Antlitz verfallen; man ſah ihm die Spuren einer ſchweren Krankheit an, die ihn ſo mitgenommen und auch zugleich geiſtig ſo erſchlafft hatte.

Seine Kleidung war ärmlich, man ſah es ihr an, daß Alles an ihr verſucht war, um die äußeren Zeichen des Elends zu verbergen. Zwar war kein Fleck, kein Stäub⸗ chen auf derſelben zu entdecken, aber abgenutzt war ſie bis auf den Faden, dabei war ſie hie und da ausgebeſſert und obendrein viel zu weit für ſeinen abgemagerten Körper.

»Guter Vater, du biſt wieder krank! ſagte Lenora, ihn einen Augenblick mit tiefem Kummer anblickend.

»Ach nein, Lenora!y war die Antwort;aber ich bin ſo unglücklich!

»Vater, Vater! vor acht Tagen noch lagſt Du krank zu Bette, ſagte das Mädchen zugleich tröſtend und vor⸗ wurfsvoll;wir haben zu Gott um deine Geſundheit ge⸗ betet, als um das höchſte Glück, das er uns auf Erden zu Theil werden laſſen kann. Gott hat uns erhört, Du biſt ge⸗ neſen und Du klagſt ſchon wieder bei der erſten Wi⸗ derwärtigkeit! Dein Verſuch iſt heute mißglückt, nicht wahr? Ich ſeh' es an deinem kummervollen Antlitz! Doch, was thut das? was fehlt uns, um glücklich zu ſein? Laß uns den Muth nicht verlieren, der iſt unſer Reich⸗ thum. Auch ich habe wohl getrauert, geweint und gelitten, weil mein Vater krank lag; jetzt aber, da Du mir geneſen biſt, jetzt komme, was da will!*

»Arme Lenora, Du ſprichſt Dir ſelber Muth ein,