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leben.... Aber was iſt es doch, das Dich in Deinem Käfig ſo raſtlos hin und her treibt.... O, es iſt ſchmerz⸗ lich, nicht wahr, gefangen zu ſein, wenn man weiß, daß draußen Freiheit und Luſt uns zulächeln, wenn man in den weiten Feldern und Wäldern geboren iſt, wenn man weiß, daß dort allein unter Gottes ſchöner Sonne Leben
ein Freund entriſſen?.... Doch, was frag' ich! Die Zeit der Liebe iſt wieder erſchienen, nicht wahr? Lieben iſt
ja auch für Dich das ſchönſte Räthſelwort des Lebens!...
Ich habe Dich in beſſern Zeiten gekauft, Du warſt lange meine einzige Geſellſchaft, mein Freund, meine Freude.»
Das Mädchen langte bei dieſen Worten mit der Hand nach dem Käfig.„Ich weiß ja, was Dir fehlt, ſagte ſie, „da, flieh' hin— Gott ſchütze Dich! Geh' und genieße die zwei größten Nothwendigkeiten Alles deſſen, was da lebt: Freiheit und Liebe. Ach, wie frohlockt er vor Luſt, wie freu⸗ dig ſchlägt er mit ſeinen Flügeln! Lebe wohl, Du Glück⸗ licher!“
Lenora ſah dem Vogel einen Augenblick nach, wie er pfeilſchnell durch die Luft ſchoß, und kehrte dann mit zufriedenem Lächeln auf ihren Stuhl zurück, wo ſie das Leinen wieder zur Hand nahm.
Eine Zeit lang ſeßzte ſie ſo die Arbeit fort. Plötzlich erhob ſie das Haupt und lauſchte.
»Ach, da iſt der Vater! möchte er glücklich geweſen ſein Sie verließ ihren Stuhl und ging zur Thür.
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