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Und Frau Jans, die brave Frau, vergoß wirklich Thränen. Auch Guſtav war aufgeregt und im Begriff, mit der Pächterfrau den Katalpa⸗Buſch zu verlaſſen, als er plötzlich aufhorchte und nach dem Wege zeigte.
„»Horcht— hört Ihr nichts 2*
»Es iſt ein galoppirendes Pferd!“ antwortete Frau Jans, ohne zu begreifen, warum dieſes Geräuſch ſo mächtig auf ihren Herrn wirken könne.
„»Armes Herz!* ſeufzte der Gutsherr mit ſchmerzli⸗ chem Lächeln,„was geht Dich doch ein vorbei galoppirendes Pferd an!»
„Sehen Sie nur, es kommt die Allee herauf ge⸗ ſprengt!» rief die Pächterfrau mit ſteigender Erwartung. »Gott, es iſt gewiß ein Bote, der Nachricht bringt! Möchte es doch eine gute ſein!»
In der That ſprengte der Reiter durch das Thor und hielt ſein Pferd an, ſobald er den Gutsherrn und die Päch⸗ terfrau auf ſich zueilen ſah. Er ſtieg vom Pferde, zog einen Brief aus der Brieftaſche und überreichte ihn dem Gutsherrn.
»Herr Denecker, ich komme im Auftrag des Herrn Notarius, der mir befohlen hat, in einem Athem hierher zu reiten und dieſen Brief zu überbringen.“ Nach dieſen Worten zog er ſein von Schweiß triefendes Pferd in den Stall. 4.
Mit zitternder Hand öffnete Guſtav das Siegel die⸗ ſes Briefes, während die Pächterfrau lachend vor Hoffnung und mit aufgeriſſenen Augen jede ſeiner Bewegungen beob⸗ achtete.
Beim Leſen der erſten Zeilen erblaßte Guſtav, je weiter er las, je mehr begann er wie ein Rohr zu zittern, bis endlich ein verklärtes Lächeln auf ſein Antlitz trat.
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