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würde ich es für kein Geld aus den Händen geben; mein Mann ſagt, es heiße„»Lucifer.“*
Während deſſen hatte der Gutsherr der Pächterfrau das Buch aus der Hand genommen und es mit inniger Freude durchblättert, ohne auf die Worte der guten Frau Acht zu geben.
„Ich danke Euch, Frau Jans,“ ſagte er endlich; „Ihr könnt Euch gar nicht denken, welch eine Freude Ihr mir mit dieſem Buche Eurer fruͤheren Herrin gemacht. Seid überzeugt, daß ich Eure Freundlichkeit nicht vergeſ⸗ ſen werde.*
Nach dieſen Worten vertiefte er ſich wieder in das Buch. Frau Jans aber verließ ihn noch nicht.
„Wenn Sie's mir erlauben, lieber Herr,» ſagte ſie, „ſo möchte ich wohl fragen, ob noch immer keine Nachricht von unſerem Fräulein gekommen iſt 29
„Nein, liebe Frau, noch nicht die geringſte. Alles iſt fruchtlos!» antwortete er traurig den Kopf ſchüttelnd.
„Ach, das iſt ſchrecklich!“ ſeufzte Frau Jans.„Gott mag wiſſen, wo ſie jetzt iſt und was ſie leiden mag! Sie ſagte mir beim Abſchiede, daß ſie für ihren Vater arbeiten wolle; aber um mit ihren Händen den Unterhalt zu ge⸗ winnen, muß man von Kindheit an daran gewohnt ſein... Ach, wenn ich noch an ſie denke, thut mir's Herz immer weh. Unſer gutes Fräulein, das nun vielleicht andern Men⸗ ſchen dienen muß, arbeiten wie eine Magd, um einen Biſ⸗ ſen Brot zu verdienen!— Ich habe auch gedient, Herr, und weiß, was es ſagen will, vom Morgen bis zum Abend für Andere zu arbeiten—— Und ſo ſchön, ſo gelehrt, ſo lie— benswürdig und wohlthätig wie ſie iſt! Ach, das iſt ein ſchreckliches Schickſal; mir kommen die Thränen in die Au⸗ gen, wenn ich daran denke.*


