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bem Blicke, geht wieder weiter, legt ſich die Hand vor die Augen, um noch tiefer nachzudenken und nähert ſich dann einem altfränkiſchen Käſtchen auf einem Ecktiſch. Er öffnet dasſelbe und holt einige gewöhnliche Juwelen, ein paar goldene Ohrge⸗ hänge und eine Halsſchnur von rothen Corallen hervor. Lange betrachtet er dieſe Dinge mit ſtillem, truͤbem Lächeln; ein tie⸗ fer Seufzer entringt ſich ſeiner Bruſt, er ſchlägt traurig die Augen zum Himmel und läßt die Kleinode wieder in das Käſtchen fallen. Darauf verläßt er den Saal und ſteigt langſam in den Hof.
Die Knechte und Mägde grüßen ihn im Vorbeigehen ehrerbietig; er dankt ihnen ſtumm und verſchwindet in den dunkelſten Pfaden des Gartens.
Am Fuße eines wilden Kaſtanienbaumes bleibt er ſte⸗ hen und kreuzt die Arme auf der Bruſt. Seine Lippen mur⸗ meln unverſtändliche Worte. Dann wendet er ſich lang⸗ ſam in einen andern Pfad und vertieft ſich weiter und weiter in das Gebüſch, von Zeit zu Zeit hier und dort ſte⸗ hen bleibend, wo ſeine theuerſten Erinnerungen ſich an ge⸗ wiſſe Gegenſtände knüpfen. Am Ufer des Baſſins blickt er träumend in das bunte Gewimmel der Fiſche und mit liebe⸗ vollem Blick weilt ſein Auge auf dem Nelkenbeete, das ſie ſo zärtlich gepflegt hatte, bis er endlich ermattet ſich un⸗
ter dem Katalpa⸗Buſch auf einen Stuhl niederſinken läßt.
Lange ſaß er dort in ſich gekehrt, bis die Pächterfrau mit einem Buche in der Hand zu ihm trat.
„Sehen Sie, Herr Denecker,» ſagte ſie,»hier iſt ein Buch, in dem Jungfrau Lenora zu leſen pflegte. Mein Mann hat geſtern auf dem Markte den Bauer geſehen, der es am Verkaufstage erſtanden hatte, und begleitete ihn nach Hauſe, um es zu holen. Es muß ein artiges Buch ſein, und wenn es nicht von unſerm Fräulein Lenora käme, ſo


