iſt, wenn ich nur bald erfahren kann, wo ſie weilen. Ich vermag Ihnen unmöglich auszudrücken, wie ſchmerzhaft, wie verzehrend dieſe Ungewißheit für mich iſt, aber ſeien Sie überzeugt, daß Ihr erſter günſtiger Bericht mir theurer ſein wird, als ſchenkten Sie mir das Leben!*
„Noch heute ſollen meine Schreiber bis tief in die Nacht mit Briefen zur Entdeckung des Herrn von Vlier⸗ beke beſchäftigt werden. Morgen früh begebe ich ſelbſt mich nach Brüſſel, um dort den Beiſtand der Sicherheits⸗ behörde zu ſuchen; geſtatten Sie mir nur, keine Koſten zu ſcheuen, ſo wird ſich Alles von ſelbſt machen.“*
»Auch ich werde meinerſeits den großen Briefwechſel unſers Handlungshauſes benutzen, um dies Ziel zu errei⸗ chen, und müßte ich ſelbſt deßhalb weite Reiſen unternehmen.“*
„Faſſen Sie alſo wieder Muth, Herr Denecker; ich zweifle nicht, daß wir in kurzer Zeit zum Zweck ge⸗ kommen ſein werden.— Da Sie nun von meiner Dienſt⸗ fertigkeit überzeugt ſind, ſo erlauben Sie mir eine Frage, zu welcher ich allerdings nicht berechtigt bin: Ihre Ab⸗ ſicht iſt alſo, eine Verbindung mit Fräulein Lenora einzugehen?“
»Mein unabänderlicher Entſchluß!?
„Ihr unabänderlicher Entſchluß?— Das Vertrauen, mit welchem mich Ihr ſeliger Oheim ſtets beehrte, mein Amt als Notar und Rathgeber machen es mir zur Pflicht, Ihnen mit Ruhe vor Augen zu führen, was Sie zu thun beab⸗ ſichtigen. Sie ſind Millionaͤr. Sie führen einen Namen, der allein im Handel ein ſehr anſehnliches Capital werth iſt. Herr von Vlierbeke beſitzt nichts; ſein Ruin iſt Jedermann bekannt, und iſt die Welt auch ungerecht, ſo läßt ſie dem verarmten Edelmann doch nur Schmähung widerfahren. Mit Ihrem Vermögen, Ihrer Tugend, Ih⸗
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