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größten Beſtürzung.»Sie wiſſen nicht, was aus ihr ge⸗ worden iſt? Gott, dieſe Angſt ertrage ich nicht!— Alſo niemand weiß, wo ſie ſein mag?“
„Niemand! wiederholte der Notar.„Am Abend nach dem Verkauf hat Herr von Vlierbeke zu Fuß Grin⸗ ſelhof verlaſſen, und einen unbeſtimmten Weg über die Heide eingeſchlagen. Seitdem habe ich ſelbſt einige Ver⸗ ſuche gemacht, um ſeinen Verbleib kennen zu lernen, doch ohne Erfolg.“
Bei dieſer traurigen Nachricht erbebte der Jüngling ſichtbar, krampfhaft legte er die Hand aufs Auge, als wolle er die Thränen verbergen, welche demſelben ent⸗ rannen. Was ihm der Notar vorhin über das Unglück von Lenoras Vater geſagt, hatte ihn, wie ſchmerzlich es ihm auch ſonſt ſein mochte, nicht ſo ſehr getroffen, weil er deſſen Armuth bereits kannte; doch das Bewußtſein, Le⸗ nora nicht ſogleich wiederſehen, ſie nicht aus ihrem Elend erlöſen zu können, das erſchütterte ihn tief.
Der Notar hatte den Jüngling eine Zeit lang mitlei⸗ dig beobachtet.»Sie ſind jung, Herr Denecker,“ ſagte er;„und wie man es in Ihren Jahren zu thun pflegt, übertreiben Sie Freude und Schmerz. Ihre Verzweiflung iſt unbegründet. In unſerer jetzigen Zeit iſt es nicht ſchwer die Leute zu finden, welche man ſucht; mit einigem Gelde und Thätigkeit kann man beſtimmt in wenigen Tagen den Verbleib des Herrn von Vlierbeke erfahren und wäre er auch in einem fremden Lande. Wollen Sie mich mit dieſem Auftrage beehren, ſo werde ich weder Zeit noch Mühe ſparen, Ihren Wunſch zu befriedigen.*
»Sie werden mir dadurch einen unſchätzbaren Dienſt erweiſen, Herr Notarius,“ ſagte Guſtav ſich faſſend und ihm die Hand drückend.„Thun Sie Alles, was nothwendig


