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„Sie ſind der Notar des Herrn von Vlierbeke.“
„Zu dienen.“
„Durch meinen ſeligen Oheim habe ich erfahren, daß Herr von Vlierbeke in Armuth gerathen iſt. Ich habe meine Gründe, ihn nicht länger unglücklich ſehen zu wollen.“
„Ich verſtehe, Herr Denecker, daß Sie eine Wohlthat beabſichtigen, und in der That kann dieſe nicht beſſer angewandt ſein. Er iſt ein Opfer ſeines Edelmuths und ſeiner Ehrlichkeit. Vielleicht hat er dieſe Tugenden bis zur Unvorſichtigkeit, ja bis zur Thorheit getrieben, nichts⸗ deſtoweniger verdient er ein beſſeres Schickſal.“
„Gut, Herr Notarius; ſo bitte ich Sie mir zu ſa⸗ gen, wie ich dieſem Manne zu helfen vermag, ohne ſein Ehrgefühl zu verletzen. Ich kenne ſeine Verhältniſſe; mein Oheim hat mir viel davon geſagt. Unter Anderm befindet ſich ein Schuldbrief über 4000 Franken in den Händen der Erben des Herrn von Hogebaen. Ich wünſche dieſen Schuldbrief zu haben, und ſollte er das Zehndoppelte ſeines Werthes koſten.“
Der Notar ſchaute den jungen Mann ganz verblüfft an, ohne eine Antwort herauszubringen.
„Warum beſtürzt mein Wunſch Sie ſo? Sie machen mich beben!*
„Ich begreife Sie nicht,“ ſagte der Notar.»Die Nach⸗ richt, welche ich Ihnen hier zuerſt zu geben genöthigt bin, wird Sie tief betrüben, und iſt meine Vermuthung begrün⸗ det, ſo bedauere ich Sie mit Recht, Herr Denecker!
„Um Gotteswillen! rief Guſtav erſchreckt.„Was ſagen Sie— erklären Sie ſich! Hat der Tod Grinſel⸗ hof heimgeſucht und wäre alſo die letzte Hoffnung mei⸗ nes Lebens vernichtet?“
„Nein! Seien Sie in dieſer Beziehung unbeſorgt— ſie


