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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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zugeknöpften Rock und einen Hut mit breiter Krempe, die faſt ſein Geſicht verbirgt.

Das Antlitz des Vaters iſt ruhig; auch Lenora ſcheint ſehr gefaßt, obgleich der ewige Abſchied von ihrer Heimat, von Allem, was ihr ſeit der Kindheit theuer, von dieſen ſchattigen Pfaden, in deren Dunkel zuerſt ihre Liebe keimte, von dem ſchönen Katalpa⸗Buſch, unter welchem ſie Guſtavs ſüßes Bekenntniß hörte, ſie mit tiefem Kummer erfüͤllt. Doch ſie muß ihres Vaters Muth aufrecht zu erhalten ſuchen, muß wie eine Schildwache auf ihr Herz Acht ha⸗ ben, um ihre eigene Gemüthsbewegung dem Vater zu ver⸗ heimlichen!

Mit langſamen Schritten gingen Beide auf den Pacht⸗ hof zu, um von dem Pächter und ſeiner Frau Abſchied zu nehmen.

„Mutter Beth,“ ſprach der Edelmann zu der letztern, die mit der Magd im Zimmer ſaß,„wir kommen, um Euch Lebewohl zu ſagen.“

Die Frau blickte Beide eine Weile mit Beſtuͤrzung an, warf einen ängſtlichen Blick auf ihre Kleidung und eilte dann, mit der Schürze die Augen bedeckend, weinend zur Hinterthüre hinaus. Die Magd legte den Kopf an das Fenſtergeſimſe und begann laut zu ſchluchzen, während Le⸗ nora auf ſie zuging, um ſie zu tröſten, und die Pächterin mit ihrem Mann zurückkehrte.

»So iſt es denn wahr, Herr von Vlierbe ke,* ſprach der Pächter mit halber Stimme,„Sie verlaſſen Grinſel⸗ hof! Und wir ſollen Sie vielleicht nicht mehr wiederſehen 25

»Gute Mutter Beth, ſagte der Edelmann, die Hand der Pächterin ergreifend.„Betrübt Euch darum nicht; Ihr ſeht ja, daß wir unſer Schickſal mit Ergebenheit tragen!* Die Frau erhob das Antlitz, warf abermals einen