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Um zehn Uhr war der Saal, wo der Verkauf beginnen ſollte, mit Menſchen angefüllt; hier miſchten ſich eine Menge Edelleute und geputzte Damen mit alten Trödlern und
ſchreienden Schacherjuden, die in der Hoffnung auf einen
guten Handel aus der Stadt gekommen waren; und wiederum ſtanden hier die Bauern, geheimnißvoll mit einander plaudernd und ſich über das unerwartete Unglück des Edelmannes verwundernd, und endlich waren Leute gegenwärtig, die laut auflachten, und ſich allerlei Geſpötte erlaubten, während ſie warteten, daß der Notar die Ver⸗ kaufsgegenſtände ableſen werde.
Eine halbe Stunde darnach begann der Verkauf.
Der Feldwächter ſtand als Ausrufer auf einem Tiſch; der Notar war beſchäͤftigt, einen ſchönen eingelegten Klei⸗ derſchrank anzupreiſen, als der Edelmann ſelbſt in den Saal trat und ſich neben den Tiſch des Ausrufers ſtellte.
Seine Erſcheinung verurſachte eine allgemeine Bewe⸗ gung unter den Zuſchauern; man ſteckte die Köpfe zu⸗ ſammen und flüſterte einander in die Ohren; man be⸗ trachtete ſich den ruinirten Edelmann mit einer Art ſtol⸗ zer Neugier, in welche wohl bei Einigen ſich das Gefühl des Mitleids miſchte, während bei den Meiſten nur Gleich⸗ giltigkeit oder Spott vorherrſchte.
Doch nur einen Augenblick vermochte dieſer Spott ſich geltend zu machen, denn bald flößte ihnen das Ehrfurcht er⸗ weckende Antlitz des Edelmannes Bewunderung und Theil⸗ nahme ein. Er war wohl arm, das Unglück hatte ihn wohl materiell zu Grund gerichtet, aber aus ſeinen freien, unge⸗ nirten Blicken, auf ſeinem ganz ruhigen Antlitz ſtrahlte eine ebenfalls freie, muthige Seele, die durch Schickſalsſchläge nichts an ihrer Größe, nichts von ihrem Stolz verloren zu haben ſchien.
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