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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
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ders, doch zog die nahende Entſcheidung ſeines eigenen Schickſals mit Gewalt ſeine Gedanken von dieſem Gegen⸗ ſtande ab.

Endlich war der Verkaufstag erſchienen.

Schon am frühen Morgen füllte ſich Grinſelhof von allerlei Leuten, die aus Neugier oder aus Kaufluſt die Zimmer des Edelmannes durchliefen, um den Hausrath zu beſichtigen, und im Geiſte den Werth der einzelnen Gegenſtände zu taxiren.

Der arme Edelmann hatte alle verkaufbaren Stücke in den größten Saal tragen laſſen; von ſeiner Tochter un⸗ terſtützt, hatte er die ganze Nacht mit dem Säubern und Aufſtellen der meiſten Gegenſtände verbracht, damit die Sau⸗ berkeit derſelben die Kaufliebhaber zum Zahlen hoher Preiſe anreizen ſolle. Nicht Eigennutz konnte es ſein, was ihn hie⸗ zu teieb, denn da die feſten Güter einige Tage vorher zu ſehr unvortheilhaften Summen taxirt worden waren, ſo hatte er die Ueberzeugung gewonnen, daß in keinem Falle der Ver⸗ kauf ſeiner ganzen Habe mehr als den Belauf ſeiner Schul⸗ den werde decken können. Nur die Ehrlichkeit hatte den Edelmann veranlaßt, noch ſeine nächtliche Ruhe dem In⸗ tereſſe ſeiner Gläubiger zu opfern, um ihren Verluſt ſo gering wie möglich zu machen.

Wahrſcheinlich hatte er ſich auch vorgenommen, die kommende Nacht nicht mehr in Grinſelhof zu ver⸗ bringen, denn unter den zum Verkauf aufgeſtellten Gegen⸗ ſtänden befanden ſich auch zwei Bettſtellen mit allen Betten, ſo wie eine große Anzahl Kleidungsſtücke, welche ihm und ſeiner Tochter gehörten.

Lenora hatte ſich bereits früh auf den Pachthof be⸗ geben, um hier in einer Kammer zu verweilen, bis Alles vorüber ſei.

Der arme Edelmann. 7