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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Himmel— er liſpelte ein ſtilles Gebet, das Segen her⸗ abflehte vom Himmel auf das Haupt dieſes Kindes.

VIII.

Wie Herr von Vlierbeke ſeiner Tochter geſagt hatte, las man ein paar Tage darauf die Verkaufsanzeige ſeiner Güter in den Zeitungen, und überall in der Stadt und der Umgebung ſtand ſie an den Ecken zu leſen. Die Sache machte großes Aufſehen und Jeder wunderte ſich über den Ruin eines Edelmannes, den man allgemein für ſo reich und ſo geizig gehalten.

Da als Grund des Verkaufes eine Abreiſe des Beſitzers angegeben war, ſo würde man vielleicht die wahren Beweg⸗ gründe nicht haben errathen können, wenn nicht aus der Stadt die Nachricht ſich verbreitet hätte, daß Herr von Vlierbeke ſich hiezu entſchloſſen habe, um ſeine Schulden zu bezahlen und er in Folge derſelben ganz in Armuth gerathen ſei. Auch die wahre Urſache ſeines Unglücks, nämlich die dem Bruder geleiſtete Hilfe, wurde unter den Leuten bekannt, obſchon man die näheren Umſtände ſich nicht recht zu erklären wußte.

Seit dieſer Anzeige hatte der Edelmann ſich noch mehr als früher zurückgezogen, um jeder Erklärung auszuweichen. Er wartete mit Ungeduld auf den Verkauf ſelbſt, und ob⸗ wohl der Schmerz ſich ſeiner dann und wann noch bemäch⸗ tigte, ſo fand er doch in den unermuͤdlichen Vorſtellungen ſeiner Tochter Kraft genug, um mit einer Art Stolz dem ſchweren Tage entgegenzuſehen.

Inzwiſchen waren ihm aus Rom Briefe von Gu⸗ ſtav zugekommen, in welchen der Jüngling erklärte, daß ſeine Liebe für Lenora in ſeiner Abweſenheit nur inniger denn je geworden, und daß ſein einziger Troſt in der