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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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daß jeder Andere dieſes Schickſal als das größte Unglück anſehen würde— aber was kann es uns anhaben?— Warum ſcheinſt Du ſelbſt jetzt ſo ruhig, Vater?*

»Weil Du, Lenora, mir wieder Muth und Ver— trauen in die Bruſt geflößt haſt; weil ich hoffen darf, daß Du doch nicht ſo unglücklich ſein wirſt! Ich weiß, was Du mir antworten wirſt, edles Kind, das Gott mir als ein Schild gegen alle Leiden gegeben!— Wohlan denn, ſo will ich, ohne das Haupt ſinken zu laſſen, den Schlag empfan⸗ gen und mich dem Willen Gottes ergeben.—— Und doch,“» fügte er langſam hinzu,»wer weiß, was für Lei⸗ den uns noch beſchieden ſein mögen? In die Welt hinein zu irren, fern von Freunden und Bekannten einen verbor⸗ genen Zufluchtsort zu ſuchen—— Du weißt nicht, Le⸗ nora, wie bitter das Brot der Armuth ſchmeckt!“

Die Jungfrau zitterte, da ſie ihres Vaters Antlitz aufs neue ſo umwölkt ſah.„Vater!» rief ſie begeiſtert ſeine Hand drückend und ihm ins Auge blickend,„Vater! ſei unbeſorgt, wir werden dennoch glücklich ſein! Verſetze Dich doch im Geiſte in die Lage, die unſer harrt— was liegt denn Schreckliches darin? In allen weiblichen Hand⸗ arbeiten bin ich ja bewandert; kann ich nicht wieder lehren, was Du mich gelehrt haſt? Ja, ich will für uns Beide thätig ſein, und Gott wird meine Arbeit ſegnen. Denk' Dir Vater, wir wohnen allein und vergeſſen in einem reinlichen Stübchen, in Frieden und unbekannt, ſtets beiſammen! Ach, Vater, mir iſt es, als werde jetzt erſt unſer Friede, unſere Seelenruhe beginnen— und Du, Vater, ſollſt nicht länger trauern, denn uns lacht ja ein Gluͤck, das wenig Sterbli⸗ chen zu Theil werden kann.“*

Der Vater zog uͤberglücklich ſein Kind an die Bruſt, legte die eine Hand auf ihr Haupt und blickte betend zum

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