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abgezehrt; ihre Augen waren immer tiefer in ihre Höhlen geſunken, ihre Wangen waren bleich wie Schnee. Ichwar außer mir vor Schmerz, da ich ſie dahinſchwinden ſah, die ich mehr als mein Leben liebte!
Lenora ſaß den Blick zur Erde gekehrt da; eine Thrane rann über ihre Wange. Der Vater blickte ſie einige Secunden traurig an, doch fuhr er in ſeiner Erzählung fort:
»Arme Mutter! Sie weinte fortwährend; wenn ſie ihr Kind, ihre kleine Lenora, anblickte, rannen ihre Thränen über die Wangen! Dein Name ſchwebte beſtän⸗ dig auf ihren Lippen— für Dich ſandte ſie ein ununterbro⸗ chenes Gebet zum Himmel.... Endlich rief Gott ſie zu ſich; der Prieſter hatte ſie zu ihrer letzten Reiſe vorbereitet und Dich aus ihren Armen genommen und fortgeführt; ich allein befand mich im Schooße der Nacht bei ihr, deren kalte Lippen mir bereits den Abſchiedskuß gegeben hatten. Mein Herz blutete.... wie ſchmerzvoll waren ihre letz⸗ ten Augenblicke! Vor das Bett knieend, flehte ich Gott um
ihre Erlöſung an, und trocknete die Thränen von ihren blei⸗
chen Wangen.“*
Plötzlich ſchien das Gefühl zu ihr zurückgekehrt zu ſein; es war daͤs letzte Aufflackern der Lebensflamme. Sie rief mich beim Namen, ich ſprang auf, und mit klarer Stimme ſagte ſie zu mir:„Es iſt geſchehen, mein Freund, Lebe⸗ wohl! Gott hat mir keinen ſanften Tod vergönnt, ich
ſterbe mit der Ueberzeugung, daß mein Kind, mein armes
Kind, hienieden unglücklich ſein wird.“
„Ich weiß nicht, was meine Liebe ihr zu ſagen mir eingab, aber ich gelobte ihr, daß Du, Lenora, nicht im Elende bleiben, daß Du glücklich werden ſolleſt. Ein himm⸗ liſches Lächeln umſtrahlte darauf das Antlitz deiner Mut⸗ ter, denn ſie glaubte in dieſem Augenblicke meinem Ver⸗
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