88
lich gewann der Edelmuth den Sieg in dieſem Kampf. Es war Tag geworden; ich ging zu den größten Gläubigern und unterzeichnete bei ihnen die Schrift, welche meinem armen Bruder das Leben rettete.... die aber zugleich meine arme Gattin und mein ſchuldloſes Kind zum bit⸗ terſten Elend verurtheilte!*
„»Gott ſei Dank! rief Lenora, als ſei ſie plötzlich aus einem ſchweren Traum erlöſt.»Habe Dank, Vater, daß Du ſo edel, ſo muthig warſt! Sie erhob ſich, legte den Arm auf ſeine Schulter und küßte ihn feurig, doch mit ſonder⸗ barem Ernſt.„.
„Du dankſt mir für dieſe Handlung?— und doch iſt ſie gerade der Schritt, für welchen ich Dich um Ver⸗ gebung bitten muß, mein Kind!*
»Um Vergebung?— Hätteſt Du anders gehandelt, häͤtte ich da nicht an dem Edelmuth meines Vaters zweifeln müſſen? Jetzt liebe ich Dich mehr noch als früher, mein Vater!— Um Vergebung? Iſt es denn ein Verbrechen, das Leben eines Bruders zu retten, wenn es in unſerer Macht ſteht?*
„Die Welt urtheilt anders, Lenora! man vergibt es einem Edelmann nicht, daß er arm iſt. In einer ſolchen Lage muß er büßen für die Ungerechtigkeit, welche Viele in dem Adel ſehen; er muß büßen, doppelt büßen für die An⸗ deren. Man verachtet, verſpottet ihn und betrachtet ihn wie einen aus der Geſellſchaft Verſtoßenen; ſeine Standesgenoſ⸗ ſen fliehen ihn, um für ſeine Armuth nicht verantwortlich zu erſcheinen, Burger und Bauern ſehen ſpottend ſein Un⸗ glück, als wäre ihnen ſein Fall eine ſüße Rache... Doch höre weiter, mein Kind!*
„Mein Buuder war gerettet; das tiefſte Geheimniß ver⸗ hüllte die Hilfe, welche ich ihm geleiſtet. Er verließ ſein
Vaterlo ſeitdem Frau ſt mehr. mit Se ihr We einem F einen T „5 wurf, darin ſe die sig Gemüt ſagunge verfiel. 85 gen und geben, ſparen,
8 „
ſchwand gaßen! Einlad gen zu ligen, fahren cher He ziehen. Haß g che Gei 1e.
meines


