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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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84 trübe, ſchmerzhafte Geſchichte; doch bebe nicht, mein Kind, wenn Du in derſelben ein Gemäaͤlde der Leiden deines Va⸗ ters ſiehſt. Du ſollſt auch erfahren, weßhalb Herr De⸗ necker ſo gegen mich handelte.“

Er ließ die Hand der Tochter los, ohne ſein Antlitz von ihr abzuwenden, und begann mit Ruhe und Nachdruck ſeine Erzählung

„Du warſt noch klein, Lenora, geliebt und ſanft wie jetzt, die Freude und der Liebling deiner Mutter. Wir bewohnten in Ruhe und Frieden den kleinen Hof unſerer Väter und fanden in den Einkünften unſerer Güter Mittel genug, um mit Sparſamkeit unſerm Namen und Stande Ehre anzuthun.

„Ich beſaß einen jüngeren Bruder, er war gut von Her⸗ zen, edelmüthig, aber unvorſichtig. Er wohnte in der Stadt und war mit einer Dame verheirathet, die von edler Her⸗ kunft, aber nicht reicher war als er ſelbſt. Ob ſeine Frau durch Prunkſucht ihn antrieb, unſichere Mittel zur Vermeh⸗ rung ſeiner Einkünfte zu verſuchen, ich weiß es nicht— genug, er ſpielte in Fonds— Du verſtehſt nicht, was dies ſagen will; es iſt ein Spiel, in welchem man in einem Augenblick Millionen gewinnen— ein Spiel, in welchem man aber auch in kurzer Zeit mit Frau und Kindern an den Bettelſtab gebracht werden kann.“

„Mein Bruder hatte zuerſt viel gewonnen und ſein Haus auf einem ſo großen Fuß eingerichtet, daß ihn ſelbſt die Reichſten hätten beneiden können. Er beſuchte uns zu⸗ weilen, brachte für Dich, Lenora, deren Pathe er war, allerlei Geſchenke und bewies uns deſto mehr Freundſchaft, als ſeine Mittel die unſerigen bei weitem zu überſteigen ſchienen.*

„Zuweilen ſtellte ich ihm das Gefährliche ſeiner Unter⸗ nehmungen vor und ſuchte ihm zu beweiſen, wie es einem

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