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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Ein ſonderbares Lächeln von Beſtürzung und Bewun⸗ derung verklärte das Antlitz des Edelmannes; er ſchien ſo verwirrt, als begreife er nicht, was geſchehen ſei.

„»Lenora, mein Kind! rief er die Hände faltend aus,„Du biſt ein überirdiſches Weſen, ein Engel! Meine Sinne verwirren ſich, ich begreife die Größe deiner Seele nicht!*

Das Mädchen ſah mit Freude, wie ſie den Sieg da⸗ vontrug, denn in den Augen des Vaters las ſie neuen Muth, ſie ſah ihn langſam das Haupt wieder erheben, als fülle der Stolz ihm den Buſen. Einen Augenblick betrachtete ſie mit himmliſchem Lächeln die Wirkung ihrer Worte.

»Vater! mein Vater!“ rief ſie in begeiſtertem Ton, „nimm mich in deine Arme! Laß den Kummer fahren, das Schickſal iſt ja ohnmächtig gegen uns!*

Als dieſe innige, ſtille Scene der Umarmung vorüber war, und Beide Hand in Hand neben einander ſaßen, ſchwebte auf ihrem Antlitz ein ſo zufriedenes, glückliches Lächeln, als haͤtten ſie die ganze Welt vergeſſen.

»Ich habe Unrecht gethan, Lenora,» begann der Vater,»daß ich Dir nicht Alles mittheilte; aber verzeih mir's, es war ja die Furcht Dich zu betrüben, die Hoffnung, daß noch Alles wieder gut werden koͤnne. Jetzt aber ſollſt Du Alles wiſſen, ich kann Dir nichts mehr verbergen, denn der verhängnißvolle Zeitpunct iſt gekommen, der Schlag, der uns bedroht, iſt nahe; wir können ihm nicht mehr aus⸗ weichen. Biſt du gefaßt, Lenora, meine Mittheilun gen zu hören 8

»Ich bin es Vater! verbirg mir nichts!“

„Wohlan denn! was ich Dir erzaͤhlen werde, iſt eine 6 8