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nach der Urſache ſeines Schmerzes, ſo wußte er jeder Er⸗ klärung auszuweichen; ganze Tage irrte er einſam und in düſtere Gedanken verſunken durch die ſchattigen Steige des Gartens und ſchien die Gegenwart ſeiner Tochter zu fliehen. Sah Lenora ihn von weitem, ſo erſchrak ſie vor ſei⸗ nem finſteren Blicke, ſeinen heftigen Geberden; nä⸗ herte ſie ſich ihm, um ihm ſeinen Kummer zu zerſtreuen, ſo verließ er ſie, um in ſeinem Hauſe ein ſtilles Plätzchen zu ſuchen.
So verſtrich ein ganzer Monat voll Schweigen und Trauern. Lenora bemerkte, wie das Antlitz ihres Vaters immer magerer und bleicher wurde, wie ſeine Augen ihren Glanz verloren, als nage an ſeinem Leben eine verzehrende Krankheit.
Um dieſe Zeit überzeugte eine Veränderung in dem Weſen ihres Vaters Lenora, daß ein ſchweres, ſchreck⸗ liches Geheimniß ihm auf dem Herzen liege. Seit einer Woche etwa hatten ſeine Augen wieder einen feurigen Glanz erhalten; fieberhaft ſchien er fortwährend aufgereizt zu ſein, ſeine Worte, ſeine Geberden, Alles, was er that, zeugte von Ungeduld und Spannung. Ueberdies fuhr er jetzt beinahe jede Woche zwei⸗ oder dreimal nach der Stadt, ohne im geringſten vermuthen zu laſſen, was er dort thun würde. Spät am Abend kehrte er dann wieder nach Grinſelhof zurück und ſetzte ſich ermattet ans Abendmahl, bis Lenora nach ihrem Zimmer ging und er ſelbſt dann auch in dem ſeinigen verſchwand. Daß er aber nicht ſchlummere, das wußte die Tochter wohl; denn wenn auch ihre Unruhe zu⸗ weilen den Schlaf von ihrem Lager verſcheuchte, hörte ſie nicht ſelten in der Nacht den Fußboden unter den Tritten des Vaters knarren und ſtand ſelbſt die fuürchterlichſte Angſt aus.


