Druckschrift 
Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

76

als meine Beſinnung zurückkehrte. Auf meinen Knieen bat ich ihn um Verzeihung. Er iſt von Herzen gut, er vergab mir unter der Bedingung, daß ich ihn ſofort auf einer lange ſchon beabſichtigten Reiſe nach Italien begleite. Er hofft, ich werde Dich vergeſſen können— aber er täuſcht ſich! Ich habe mit heimlicher Freude dieſen Reiſeplan angenommen— ich werde Monate lang mit meinem Oheim beiſammen ſein, ihn mit Liebe umgeben, ihm ſeine Zuſtimmung ab⸗ ſchmeicheln und dann zurückkehren, Lenora, um Dir, mein Leben, meine Hand zu bieten!*

Ein ſanftes Laͤcheln beſtrahlte das Antlitz des Mäd⸗ chens bei dieſer Schilderung eines möglichen Glückes; hald aber ſchwand der Zauber wieder.

„Armer Freund,“ antwortete ſie mit ſtillem Schüerh es iſt grauſam, Dir dieſe letzte Hoffnung zu entreißen; wenn auch dein Oheim zuſtimmt— mein Vater wird es nicht!*

„Dein Vater, Lenora? Er wird Alles vergeben und mich wie einen wiedergefundenen Sohn in ſeine Arme nehmen.“

„Nein, Guſtav, glaub' das nicht! Man hat ſeine Ehre verletzt— als Chriſt wird er Verzeihung ſchenken, als Edelmann aber wird er die Beleidigung nicht ver⸗ geſſen!*

„Lenora, Du thuſt deinem Vater Unrecht! Wenn ich mit der vollen Zuſtimmung meines Oheims zurückkehre und ihm ſage: hier bin ich, der dein Kind glücklich ma⸗ chen will; gib mir Lenora zur Braut, ich will ſie mit all' der Liebe umgeben, deren mein Herz fähig iſt; ihr

Loos ſoll beneidenswerth ſein— mas meinſt Du, wird

er mir antworten 2

„Du kennſt ſeine grundloſe Güte nicht, Guſtavz

mein( Dich ſiehſt, Gelieb nehme willſt! Name erſten Deiner ren, u L rühren wunde 2 will, i Lenor

* Dich zu ver

„ meinen geloger Dich das iſ

2 aus., es wit ich Di aber d — Le