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ſchrecke er vor unheimlichen Gedanken. Sobald Grin⸗ ſelhof ihm erſchien, ging er vorſichtig von der einen Seite des Weges zur andern, um die Plätze zu ſuchen, wo das dickſte Laub ihn verbergen konnte. In der Allee vor dem Hofe ſtieß er einen Freudenruf aus— das Thor ſtand offen!
Leiſe ſchlich er auf den Spitzen ſeiner Zehen nach der Brücke, an dem Hofe vorbei und hinter das hohe Gebüſch, das Grinſelhof wie eine Mauer umgab.
Kaum hatte er einige Schritte durch die Steige des Gartens gethan, als er zitternd ſtehen blieb; unter dem Katalpa Buſch nämlich ſaß Lenora, das Haupt auf die Ecke des Tiſches geſtüͤtzt; ihre Bruſt hob ſich gewaltig, und ihre Hände, mit denen ſie das Antlitz bedeckte, waren von Thränen genetzt..
Der Jüngling näherte ſich ihr leiſe, aber ſo ſtill, ſo geräuſchlos auch ſeine Bewegung war, ſo erhob doch Lenora das Haupt und ſprang mit dem Angſtruf: „»Guſtavly von ihrem Sitze auf. Sie wollte entfliehen, ehe ſie aber einen Schritt zu thun vermochte, lag der Jüng⸗ ling zu ihren Füßen.
„Lenora, Lenoral hoͤren Sie mich!“ rief er, ihre Hand in die ſeine preſſend.„»Wenn Sie mich fliehen, wenn Sie mir den letzten Troſt verweigern, Ihnen zu ſagen, was ich leide und was ich hoffe, ich müßte ſterben zu Ih⸗ ren Füßen oder dahin ſchwinden weit von meinem Vater⸗ lande, von Dir, meiner Schweſter, meiner Geliebten, mei⸗ ner Braut entfernt! O Lenora, bei unſerer Liebe be⸗ ſchwöre ich Dich, verſtoße mich nicht!“
Obwohl Lenora an allen Gliedern zitterte, ſo lag doch etwas Würdevolles, Stolzes auf ihrem Antlitz.
„»Ihre Kuͤhnheit nimmt mich Wunder, mein Herr!* ſagte ſie kalt und ruhig.„Es gehörte ſchon ein grauſamer


