Der Edelmann erhob ſich und blickte eine Zeit lang ſchweigend ſein Kind an.
„»Lenora,“ ſagte er mit gefalteten Händen,»habe Mitleid mit mir! Faſſe Dich um meinetwillen!— In die⸗ ſer Unterredung mit Denecker habe ich alle Qualen er⸗ dulden müſſen, die das Herz eines Edelmannes, eines Va⸗ ters zu foltern im Stande ſind.—— Doch Alles dies iſt nichts gegen deinen Schmerz.... Lenora, mir ſchwin⸗ delt der Kopf, ich könnte ſterben vor Qual!*
Kraftlos ſank er wieder in den Stuhl. Lenora eilte auf ihn zu und legte das Haupt auf ſeine Schulter.
„Ihn nicht mehr ſehen! Seine Liebe, all das geträumte Glück vergeſſen!... Ja, auch er wird dieſen Schmerz nicht ertragen können!... Vater, laß mich weinen!“
Der Vater drückte ſein Kind feſter an die Bruſt und ehrte ſchweigend ihren Schmerz. Lange blieben Beide in tiefem Gram verſunken.
VI.
Vier Tage waren verſtrichen, ſeit Denecker Gu⸗ ſtavs Verbindung mit Lenora zurückgewieſen, als etwa eine Viertelmeile von Grinſelhof ein Miethswagen über die Heide fuhr, und gleich darauf in einem einſamen Sandwege hielt.
Ein junger Mann ſprang aus dem Wagen und wies den Kutſcher nach einer entfernten Herberge. Die Pferde wurden im Wege zurückgelenkt, und der Wagen kehrte um, waͤhrend der Jüngling mit raſchen Schritten in der entge⸗ gengeſetzten Richtung forteilte. Er ſchien von heftiger Unge⸗ duld gejagt und zuckte dann und wann zuſammen, als er⸗
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