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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Thür und nahm mit kaltem Gruß Abſchied von ihm. Dann kehrte er in das Zimmer zurück, ſank in einen Stuhl und ſtützte das Haupt in beide Hände, während ſich ein tiefer Seufzer ſeiner Bruſt entpreßte.

So blieb er eine Zeit lang ſchweigend und regungslos, ſein Antlitz mit Todesbläſſe bedeckt, bis er plötzlich ein Ge⸗ räuſch über ſeinem Haupte vernahm.

„Gott, meine arme Lenora!' rief er, aus ſeiner Bewußtloſigkeit erwachend.„Sie kommt! Ich habe noch nicht genug gelitten, auch ihr Herz muß ich brechen, ihre ſchönſten Träume zerſtören! O könnte ich dieſem Geſtändniß entfliehen!— was ſoll ich ihr ſagen 2

Wirklich öffnete Lenora die Thür und trat mit fragen⸗ dem, hoffnungsvollem Blick zum Vater.

„»Nun, mein Vater o fragte ſie erbebend, als ſie die Stimmung ihres Vaters bemerkte.

„Ach, mein Kind,* ſeufzte dieſer,„wir ſind nicht glück⸗ lich! Gott prüft uns durch viele Schickſale— wir müſſen uns beugen vor ſeinem allmäͤchtigen Willen!“

„Er hat ſeine Zuſtimmung verweigert, Vater?

„»Ja, Lenora!“

»Nein, nein! rief das Mädchen,»es iſt unmöglich!“

„Verweigert, weil er Millionen beſitzt und wir arme Leute ſind!“

„Alſo dennoch Wahrheit? Guſtav mir entriſſen?— Entriſſen ohne Hoffnung 5

„»Ohne Hoffnung! wiederholte der Vater mit ton⸗ loſer Stimme.

Ein Schrei entfuhr dem Munde des Mädchens. Le⸗ nora lief zum Tiſch und lehnte unter bitteren Thränen das

Haupt auf denſelben, während ihr Buſen ſich unter der heftigſten Aufregung hob.