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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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täglich gedankt, daß er mir einen Retter für mein Kind geſandt! Nicht durch das Geld, ſondern durch ſeinen Edel⸗ muth iſt Guſtav ein braver junger Mann.. iſt es alſo ein Verbrechen des Vaters, der unabwendbar der Armuth anheim fallen muß, wenn er ſeine Tochter dem Elende ent⸗ riſſen zu ſehen hofft?

„Gewiß nicht,“ antwortete der Kaufmann;„aber Sie haben ſich doch verrechnet. Ich bin ein Mann, der lieber zweimal die Waare prüͤft, ehe er zuſchlägt, und es iſt ſchwer, mir einen Apfel für eine Citrone zu verkaufen.*

„Sie haben alſo keine Barmherzigkeit mit meinem Unglücke?“ rief der Edelmann aufſpringend.„Sie werfen mir vor, ich habe Sie betrügen wollen? Haben Sie nicht nach meiner freiwilligen Erklärung das Recht, zu thun, was Sie wollen? Sie ſprechen hier von Waaren, als hätte ich Ihnen meine Lenora verkaufen wollen! Dafür aber rei⸗ chen alle Ihre Schätze nicht hin, mein Herr! Mein Name wiegt ſelbſt in der Armuth ſchwerer als Gold!“

„Mein Gott!y rief De necker, durch das ſtolze We⸗ ſen des Edelmannes gedrückt.„Wir wollen hier nicht ſo viel Worte darüber verlieren! Jeder bleibe, was er iſt, und behalte, was er hat. Nur um Eins möchte ich Sie noch bitten: laſſen Sie meinen Neffen nicht mehr Ihren Hof betreten— ſonſt...)

„Sonſt?» rief der Edelmann aufgebracht.„Mir eine Drohung?... Doch genug davon,“ fügte er kalt hinzu. „Soll ich Ihren Wagen vorfahren laſſen, Herr Denecker?*

„Wie es Ihnen beliebt! Wir brauchen aber keine Feinde zu werden.“*

„Gut, Herr Denecker; laſſen Sie uns abbrechen. Die Sache iſt abgethan.“

Mit dieſen Worten geleitete er den Kaufmann zur

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