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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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nen dies wahrlich nicht zu viel nennen; es iſt ein Spottgeld, das kaum für die Einrichtung hinreicht. Seien Sie alſo gerecht!— Hier iſt meine Hand!“

In fieberhafter Aufregung ſprang Vlierbeke auf und öffnete einen Schrank in der Wand.

„Da leſen Sie, und überzeugen Sie ſich!“ rief er, ein Bündel Papiere auf den Tiſch werfend.

Der Kaufmann durchflog die Papiere, ſeine Züge

veränderten ſich immer mehr; er ſchüttelte das Haupt be⸗

denklich.

„»Sie wollten mir nicht Glauben ſchenken,“ ſagte der Edelmann in ſpöttiſchem Tone.„Von dieſen Papieren wird Ihr Beſchluß abhängig ſein. Sie müſſen Alles wiſſen. Au⸗ ßer dieſem hier exiſtirt noch ein Wechſel von viertauſend Franken, den ich nicht bezahlen kann. Sie ſehen alſo, ich bin noch ärmer als arm: ich habe Schulden!“

„Alſo doch Wahrheit!“ rief Denecker beſtürzt.„Sie beſitzen nichts? Ich ſehe aus dieſen Papieren, daß mein Norar auch der Ihrige iſt. Ich ſprach bereits mit ihm über Ihre Güter— er hat mich aber in meiner Weisheit, oder vielmehr in meiner Dummheit gelaſſen.“

Als ſei ein Stein von dem Herzen des Edelmannes gefallen, athmete er jetzt freier und ſein Weſen nahm wie⸗ der die würdige Haltung an, die ihm eigen war.

„Da Sie jetzt an meiner Armuth nicht mehr zweifeln, Herr Denecker,» ſagte er, ſich auf den Stuhl niederlaſ⸗ ſend und abgemeſſen,»ſo frage ich jetzt, was Ihre Anſicht iſt

„Meine Anſicht?? wiederholte der Kaufmann.»Meine Anſicht iſt, daß wir gute Freunde bleiben wie zuvor— aber die Hochzeit iſt zu Waſſer geworden; wir wollen nicht mehr davon ſprechen!—— Aber ich frage Sie, Herr von Vlierbeke, wie hatten Sie denn Ihre Rechnung ge⸗

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