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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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zwiſchen uns aufgeklärt ſein. Er ſagte mir, Grinſelhof gehöre Ihnen nicht. Sie ſeien arm. Sie haben aber doch wohl beſſere Begriffe von meinem Verſtand, als daß ich ſolche Märchen glauben ſollte!“

Der Edelmann bebte innerlich; bei dem heitern Ton, in welchem der Kaufmann geſprochen, hatte er einen Au⸗ genblick geglaubt, derſelbe wiſſe Alles und billige trotzdem den Wunſch ſeines Neffen; jetzt aber ſah er das Gegentheil.

„Herr Denecker,“ ſagte er ruhig,„ſetzen Sie nicht den geringſten Zweifel in das, was ich Ihnen mittheilen werde. Ich willige in dieſe Verbindung, aber ich erkläre Ihnen hier: ich bin arm, blutarm!“

„Ha! ich weiß wohl, wie ſehr Sie an Ihren Geld⸗ ſäcken hangen!“ rief der Kaufmann,—„das iſt ja bekannt; aber in dem Augenblicke, wo Sie Ihre Tochter weggeben, ſollten Sie doch Herz und Börſe aufthun!— Man nennt

Sie ohnehin geizig— was ſollte man erſt von Ihnen ſa⸗ gen, wenn Sie Ihrer einzigen Tochter den Brautſchatz weigerten?“*

Der Edelmann ſaß wie auf Kohlen.»Um Gottes willen,“ rief er faſt flehend,„erſparen Sie mir dieſe Anſpie⸗ lungen! Ich erkläre Ihnen bei meinem Wort als Edel⸗ mann, daß ich nichts in der Welt beſitze!5

„Nun, nun!» ſagte Denecker lächelnd; vwir wol⸗ ſen die Sache doch mit Zahlen abmachen, da werden wir ja ſehen, ob unſere Rechnung ſtimmt! Glauben Sie nicht, daß ich hieher gekommen, um Sie zu großen Opfern zu nöthigen! aber bei einer ſolchen Verbindung iſt es doch nothwendig, daß Jeder etwas mit in die Caſſe bringt und wären die Theile auch noch ſo ungleich!“

„Gott! Gott!“» ſeufzte der Edelmann, die Hände ringend.