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Die flackernde Flamme des Lämpchens warf ihren Schatten in langen Streifen über die Wände und formirte allerlei ſpukhafte Geſtalten, während die alten Porträts, welche die Wände zierten, mit feſtem Blick ihre ſtarren Augen auf den Tiſch zu heften ſchienen.
Mitten in dieſer Dunkelheit, dieſer Todesſtille, ſchien das ſchöne und ruhige Antlitz des Edelmanns ſich zu glät⸗ ten; das glänzende Auge in die Tiefe der Nacht gerichtet, ſaß er wie ein Bild bewegungslos da und ſchien erwar⸗ tungsvoll Jemandes zu harren.
Endlich verließ er vorſichtig den Stuhl und ging auf den Zehen nach dem andern Ende des Saales, wo er das Ohr an eine geſchloſſene Thür lehnte.
„Sie ſchläft!y flüͤſterte er vor ſich hin...„Gott beſchütze ihre Ruhe! ſeufzte er mit zum Himmel gerichtetem Blick.
Dann näherte er ſich wieder dem Tiſch, faßte die Lampe und öffnete einen großen Wandſchrank. Sich auf ein Knie niederlaſſend, nahm er aus der unterſten Lade einige Servietten und ein Laken, entfaltete dieſelben und ſchien mit ängſtlicher Genauigkeit ſich zu überzeugen, ob auch kein Flecken an ihnen zu finden ſei. Ein zufriedenes Lächeln bewies, daß das Reſultat ſeiner Unterſuchung ein befriedigendes war.
Sich wieder aufrichtend ergriff er einen kleinen Korb und näherte ſich mit dieſem dem Tiſch, aus deſſen Lade er ein kleines wollenes Tuch und ein Stück Kreide nahm. Letzteres zerdrückte er mit dem Heft eines Meſſers und be⸗ gann jetzt die Löffeln und Gabeln, die in dem Körbchen la⸗ gen, zu reiben und zu putzen. Ein Gleiches that er mit dem Salzfaß und andern kleinen Tafelgeräthſchaften, das faſt alles von Silber war und durch ſeine getriebene Ver⸗ zierung eine gewiſſe Wohlhabenheit verrieth.


