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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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Des Vaters Antlitz veränderte zuerſt ſeinen Ausdruck, ſeine Züge wurden ernſt, er ſchüttelte zweifelnd das Haupt und ſchien ſich ſelbſt etwas vorzuwerfen. In der That wa⸗ ren die ſonderbaren Worte, welche die Thränen ſeiner Toch⸗ ter veranlaßt hatten, aus ſeiner innerſten Seele gekommen bei dem Gedanken, daß ein Anderer mit ihm die Liebe ſei⸗ ner Tochter zu theilen... ja ſie ihm vielleicht für immer zu entreißen kam.

Wohl war er zu jedem Opfer bereit, und mochte es noch unendlich größer ſein, wenn es nur zum Glück ſeiner Tochter beitragen konnte; dennoch aber blutete ſein Herz bei dem Gedanken an eine Trennung von ihr. Jetzt machte

ſich dieſen Schein von Selbſtſucht zum Vorwurf und vertrieb mit Gewalt die trüben Gedanken aus ſeiner Seele.

»Komm, komm, Lenora,» ſagte er, das Haupt ſeiner Tochter liebevoll aufhebend;ſei wieder heiter und fröhlich. Es iſt ein Glück, daß unſere Seelen ſich zuweilen erleichtern können, wenn das Uebermaß der Empfindung ſie daniederdrückt. Laß uns jetzt hineingehen; ich habe Dir noch viel zu ſagen, damit wir unſere Gaͤſte empfangen können, wie es ſich gebührt.*

Schweigend gehorchte das Mädchen und folgte ihrem Vater mit langſamem Schritt, während noch einige Thrä⸗ nen ihren ſchönen Augen entfielen.

Einige Stunden ſpäter ſaß Herr von Vlierbeke im großen Saale ſeines Hauſes bei einer kleinen Lampe, die beiden Ellbogen auf den Tiſch geſtützt.

Dieſes Zimmer, nur an einem einzigen Punct ſchwach erleuchtet, während alle Winkel in vollkommener Dunkel⸗ heit das Auge zurückſtießen, war unheimlich und todesſtill.

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