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nieden ein Märtyrer ſein, aber gib mir für mein Leiden Barm⸗ herzigkeit für ſie!— Gnade gib und Schutz für mein Kind, laß ihren Traum Wahrheit werden, o Herr!“
Nach dieſem kurzen, inbrünſtigen Gebet ließ er ſich auf den andern Stuhl nieder, lehnte ſeinen Arm vorſichtig auf den Tiſch, um das Haupt in die Hand zu ſtützen und blieb dann regungslos mit einem Lächeln des Glücks und der Bewunderung ſitzen. Für ihn mußte der Anblick dieſer jung⸗ fräulichen Schönheit ſeiner Tochter ein Quell unendlicher Freude ſein, die ihn durch eine wunderbare Macht für den Augenblick alle ſeine Leiden vergeſſen ließ; denn mit Ent⸗ zücken haftete ſein Auge auf ihr, auf ſeinem Antlitz repetirte ſich wie in einem treuen Spiegel jede Bewegung, welche ſich in den feinen Zügen des Mädchens bemerkbar machte.
Plötzlich bedeckte eine hohe Röthe ihre Stirne; ihre Lippen bewegten ſich deutlicher, der Vater betrachtete ſie mit heiliger Andacht, und wenn ſie auch nicht ſprach, ſo verſtand er doch die tonloſen Worte, welche des Mädchens Lippen bewegten.
„Guſtav! Sie träumt von Guſt av!' ſeufzte er.„Ihr Herz ſtimmt mit meinen Wünſchen überein. Möge es gelin⸗ gen, möge Gott uns gnädig ſein!— Ja, mein Kind, öffne dein Herz dem beſeligenden Gefühl der Hoffnung; träume und... wir wiſſen ja... doch nein, laß uns dieſe glück⸗ liche Stunde nicht durch das kalte Bild der Wirklichkeit verbittern! Schlafe, und laß deine Seele ſich baden in dem warmen Zauberſtrom der knoſpenden Liebe...9
Herr von Vlierbeke blieb eine Zeit lang in ſtiller Betrachtung noch vor ſeiner Tochter ſitzen; endlich erhob er ſich, ſtellte ſich hinter ſie und drückte einen langen Kuß auf ihre Stirn.
Noch halb träumend öffnete das Mädchen die Augen;


