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Einige Minuten lang blieb ſie in dieſer Stellung und vergaß die Blumen und vielleicht die ganze Erde um ſich her, um mit ihren ſüßen Träumen allein zu ſein. Allmaͤlig bewegten ſich ihre Lippen wieder.
„Immer, überall,“ murmelte ſie leiſe,„ſteht ſein Bild mir vor Augen! Immer iſt es ſeine Stimme, die mich verfolgt! Es iſt mir unmöglich, dieſen Gaukelbildern zu ent⸗ fliehen!. Gott, was geht in mir vor?... Das Herz zit⸗ tert mir in der Bruſt... bald jagt mir das Blut glühend durch die Adern und bald wieder fließt es kalt und träge, und das Herz ſchlägt mir wild in der beängſtigten Bruſt... Mir iſt ſo beklommen, eine geheime Angſt durchbebt mein Gemüth... und doch jauchzt meine Seele und ſchwelgt in unbegreiflicher Wonne....“
So blieb ſie eine Zeit lang ſchweigend und reg ungs⸗ los, bis ſie endlich plötzlich zu erwachen ſchien. Entſchloſſen erhob ſie das ſchöne Haupt und ſchüttelte die ſchwarzen Locken auf ihre Schulter zurück, als wolle ſie ſich von ihren Ge⸗ danken losmachen.
„Ja, ihr meine Lieblinge,“ ſagte ſie lächelnd zu den Nelken,„ich will euch helfen, will euch laben!“
Sie ſprang nach dem Gebüſch und brach einige Zweige von demſelben; mit dieſen beſchattete ſie die Blumen, er⸗ griff die neben ihnen liegende kleine Gießkanne und lief über den Raſen nach einem Baſſin oder Teich, der in der Mitte desſelben zwiſchen einigen hinüberhängenden Trauerweiden gegraben war.
Die Oberfläche des Waſſers war heiter und ruhig, bis das Mädchen erſchien; kaum aber ſpiegelte ſich ihr Bild in derſelben, als auch der Teich von lebenden Weſen zu wim⸗ meln ſchien. Da kamen Hunderte von Goldfiſchen aller Grö⸗ ßen und Farben— rothe, weiße und dunkle— plätſchernd
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